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Wasserlexikon
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Absorption
(von latein.: absorbere = verschlucken): Nicht mit Adsorption zu verwechselnder
Begriff. Vielfältig gebrauchter Begriff für das gleichmäßige Eindringen
von Gasen od. Gasgemischen (Absorbat) in Flüssigkeiten od. Festkörpern
(Absorbens). Es ist somit eine Form der Sorption. Im Gegensatz zur
Adsorption spielt bei der Absorption die Oberfläche des Absorbens
eine geringere Rolle und ist im allg. mit einer Volumenvergrößerung
des sorbierenden Mediums verbunden.
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Abwasser
Verbrauchtes Trink- und Frischwasser, auch Regenwasser das verschmutzt
ist und in Abwasser Reinigungsanlagen mechanisch, biologisch und chemisch
von den Verunreinigungen befreit wird, damit es wieder in den natürlichen
Kreislauf über Bäche, Flüsse und Seen einfließt und im Boden versickert.
Dabei wird es weiter gereinigt und wird zu Grund- oder Quellwasser,
aus dem dann wieder Trinkwasser gewonnen wird.
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Adsorption
(von latein.: adsorbere = ansaugen): Oft mit Absorption verwechselt.
Beschreibt die Anreicherung von Stoffen an den Grenzflächen fester
u. gasförmiger. bzw. flüssiger Materie. Adsorption stellt eine Form
der Sorption dar. Während bei der Absorption der Stoff im Volumen
eines Körpers aufgenommen wird, findet bei der Adsorption durch Adhäsion
eine Belegung der Festkörperoberfläche mit einer dünnen Schicht statt.
Durch Erwärmung wird die Adsorptionskraft vermindert, durch Abkühlung
erhöht.
Abb. 1 und Abb. 2
- Aktivkohle (A-Kohle)
Darunter versteht man Kohlenstoff-Strukturen aus kleinsten Graphit-Kristallen
und amorphem Kohlenstoff mit poröser Struktur u. inneren Oberflächen
zwischen 500 u. 1500 m2/g. Entsprechend der
äußeren Form unterscheidet man Pulver-Aktivkohle (z. B, zur Entfärbung
von Flüssigkeiten), Korn-Aktivkohle (z. B. zur Wasserbehandlung)
u. zylindrisch geformte Aktivkohle (z. B. zur Gasreinigung).
Hergestellt wird Aktivkohle aus pflanzlichen (Holz, Torf, Nussschalen,
Kaffeebohnen), tierischen (Blut, Knochen, s. Knochenkohle) und
/oder mineralischen (Braun- od. Steinkohle, petrochemische Kohlenwasserstoffe)
Rohstoffen.
Abb.1 und Abb. 2: Rasterelektronenmikroskopische Bilder von Aktivkohle
(Lurgi GmbH). Die sichtbaren Poren sind noch sehr groß und gehen auf
die Zellstruktur der Ursprungspflanze zurück. Die für die Adsorption
wichtigen Poren sind noch wesentlich kleiner.
Diese Materialien werden zunächst verkohlt. Dabei entstehen nur sehr
kleine Poren (Abb. 1). Das aktive Porensystem wird anschließend durch
Entfernen von flüchtigen Komponenten geschaffen (Wasserstoff, Sauerstoff,
Stickstoff, Schwefel usw.). Dabei werden teerige Produkte, welche die
Feinporen verstopfen, ausgetrieben und das Kohlenstoffgerüst weitgehend
freigelegt. Dies geschieht durch Einwirkung von 900 - 1100 °C heißem
Wasserdampf auf das verkohlte Halbfabrikat. Dabei findet eine oxidierende
Reaktion zwischen Kohlenstoff und Wasser an den inneren Oberflächen
des Kohlenstoffs statt, die auch Kohlenstoff von den Porenwänden entfernt
(Abb. 2). Die Porengröße kann für die verschiedenen Anwendungsfälle
durch Variation der Verfahrensparameter (Temperatur, Zeit etc.) maßgeschneidert
werden. Weltweit werden pro Jahr etwa 250.000 Tonnen Aktivkohle erzeugt.
Aktivkohle findet Verwendung als Adsorbens zur Entfernung unerwünschter
od. schädlicher Farb-, Geschmacks- u. Geruchsstoffe aus Gasen, Dämpfen
u. Flüssigkeiten, von Chlor u. Ozon aus Wasser, von Giftstoffen im industriellen,
militärischen u. zivilen Bereich, von radioaktiven Gasen in der Kerntechnik,
von Benzindämpfen bei PKW, zur Rückgewinnung wertvoller Lösemittel in
der Industrie zur Adsorption von Giftstoffen im Magen-Darm-Trakt (hier
meist medizinische Kohle) u. in Zigarettenfiltern. Ist bei der Aktivkohle
die Adsorptionskapazität erschöpft, so spricht man von Filterdurchbruch.
Aufgrund ihres hohen Aufnahmevermögens für die gelösten und ungelösten
Stoffe z.B. im Wasser wird die Aktivkohle mit zunehmender Adsorptionsleistung
zu einem immer besseren Nährboden für Bakterien und zur bevorzugten
Stätte bakteriologischer Besiedelung.
Auch eine Silberung der Aktivkohle wie auch anderer Filtermedien
- kann nicht verhindern, dass sich immer wieder Teile des Bakterienbelages
von der Oberfläche ablösen und so in hoher Konzentration ins Trinkwasser
gelangen. Nach längstens 6 Monaten sind die Bakterien gegen die Wirkung
des Silbers immun und das ist der Grund, weshalb auch gesilberte Aktivkohle
spätestens nach diesem Zeitraum ausgetauscht werden muss.
- Amöbenruhr
Wird durch Entamoeba histolytica, einem einzelligen Darmparasiten (Protozoon)
verursacht und wie die meisten Erreger von Durchfallerkrankungen durch
ungewaschene Früchte, Gemüse und andere Nahrungsmittel übertragen. Eine
gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
ist daher stets zu empfehlen. Der Einzeller lebt im Dickdarm vieler
Menschen der Tropen, ohne Beschwerden zu verursachen. Gelegentlich dringen
einige Amöbenarten jedoch in die Darmwand ein und verursachen schmerzhafte,
blutige (himbeer-geleeartige) Durchfälle, die Amöbenruhr, deren Beschwerden
für Monate anhalten können. Sie wird aber selten zur Bauchfellentzündung
und anderen bedrohlichen Komplikationen führen. Eine andere Gefahr besteht
im Eindringen von Amöben in das Blutsystem, von wo sie in die Leber
und selten auch in andere Organe transportiert werden. Dann entstehen
lebensgefährliche Amöbenabszesse, die zu Schmerzen und hohem Fieber
ohne Durchfallbeschwerden führen. Die Infektion des Magen-Darm-Traktes
kann durch eine mikroskopische Untersuchung des Stuhles festgestellt
werden, auch wenn keine Beschwerden bestehen.
- Argyrie (engl. argyria)
Ablagerung von Silbersulfid in Haut, Schleimhaut u. versch. Organen
(z.B. Niere) als irreversible schiefergraue Verfärbung. Vorkommen u.
a. auch nach Einnahme silberhaltiger Medikamente (z.B. Rollkur).
| B |
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- Bakterien
Einzellige Kleinstlebewesen ohne echten Zellkern mit einer Größe von
0,35 mm. Mikroskopisch betrachtet, lassen sich die Bakterien 3
verschiedenen Grundformen zuordnen (Kokken, gerade Stäbchen und einfach
oder spiralig gekrümmte Stäbchen) nach denen diese dann bei dem Bestimmungsvorgang
klassifiziert werden können.
Abb.: Verschiedene, typische Bakterienformen (Pschyrembel)
Der Stoffwechsel ist ebenso vielfältig wie die Enzymsysteme. Die Fortpflanzung
erfolgt ungeschlechtlich durch Querteilung nach Längenwachstum. Von
Ausnahmen abgesehen besitzen sie eine starre Zellwand.
Abb.: Grundaufbau von Bakterien (Kayser)
Alle Bakterien sind nach demselben Grundbauplan aufgebaut. Sie werden
nach verschiedenen, komplexen Merkmalen unterschieden, neben der Form
u.a. Aufbau, Lebensweise, biochemischen, serologischen und molekularen
Merkmalen.
Je nach Lebensbedingungen wachsen die Bakterien schneller oder langsamer.
Verunreinigtes Wasser bietet ein gutes Nährstoffangebot. Im kühleren
Norden vollzieht sich die Keimvermehrung um ein vielfaches langsamer
als im warmen Süden. Bei 30-37°C Wassertemperatur kann sich eine einzige
Bakterienzelle innerhalb von 30 min. teilen. Behält sie diese Teilungsgeschwindigkeit
bei, vermehrt sie sich in 8,5 Stunden auf 100.000 Bakterien. Ein Schluck
Wasser reicht dann schon z.B. für eine handfeste Salmonelleninfektion!
- Bakterienruhr
Für die Bakterienruhr sind die sogenannten Shigellen (gramnegative Stäbchenbakterien)
verantwortlich. Sie kommen vor allem in Lebensmitteln, insbesondere
Milchprodukten und selten auch im Trinkwasser vor. Eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
ist daher unerlässlich. Die Bakterien besiedeln den Dickdarm und verursachen
dort die charakteristischen Beschwerden. Nach einer akuten Anfangsphase
mit Fieber und heftigen wässrigen Durchfällen kommt es zu einer langanhaltenden
Erkrankung mit blutigen Durchfällen, die von starken Schmerzen begleitet
sein kann. Vor allem bei Kindern besteht die Gefahr der Austrocknung
bis hin zum Bewusstseinsverlust. Die Shigellose oder Bakterienruhr wird
durch eine Stuhlkultur nachgewiesen und ist in der Regel gut behandelbar.
- Bazillen
Sie gehören zur Familie der grampositiven Stäbchenbakterien. Sie können
Sporen mit praktisch ruhendem Stoffwechsel bilden, der es ihnen ermöglicht,
bei ungünstigen Bedingungen über Jahrhunderte zu überleben, um bei günstigen
Umweltbedingungen wieder aktiv zu werden. Ihre hohe Resistenz gegen
physikalische und chemische Einwirkungen macht sie weitgehend unempfindlich
gegen verschiedene Desinfektionsmethoden. Zu Ihren bekanntesten Vertretern
gehören die Erreger von Wundstarrkrampf (Tetanus), Milzbrand und Lebensmittelvergiftung
(Botulismus)
- Behälterwerkstoff
Für Trinkwasserbehälter und -tanks eignen sich Edelstahl und Hart- (Niederdruck-)
Polyaethylen, sowie Tanks und Weich- (Hochdruck-) Polyaethylen) am besten.
Eloxiertes Aluminium ist gegen Silber auch bei Überdosierung beständig.
Unbehandeltes Aluminium (auch seewasserbeständiges Aluminium) kann von
Silber bei Überdosierung angegriffen werden , wenn ungelöstes Silberchlorid
vorliegt (Lochfraß).
Bei kunststoffbeschichteten oder mit Schutzanstrich versehenen Stahlbehältern,
Epoxid- oder Polyesterharz gelangen deren Verarbeitungshilfsmittel (Weichmacher)
an die Tankwand und in das Trinkwasser und dienen den Bakterien als
Nahrungsmittel. Behälter aus Reinaluminium oder aus verzinktem Stahlblech
können korrodieren, Tanks aus Gummi neigen eher zur Wiederverkeimung
als Stahltanks.
Neue Tanks aus Kunststoff und Gummi haben oftmals einen werkstofftypischen
Geschmack oder infolge mangelnder Pflege bzw. Belüftung ist ein muffiger
Geschmack im Tank entstanden. Dieser kann mittels certinox®
TankFrisch, in schwierigen Fällen unter Verwendung von certinox®
SchleimEx, beseitigt werden.
Bei der Auswahl der Werkstoffe für die Leitungen und Schläuche vom Tank
zu den Verbrauchsstoffen ist darauf zu achten, dass diese für Lebensmittel
geeignet sind. Besonders in billigen Schläuchen aus Weich-PVC (auch
gewebeverstärkt) werden Verarbeitungshilfsmittel (Barium, Cadmium, Blei)
verwendet, die in das Trinkwasser überwechseln und Gesundheitsschäden
verursachen können. Auch hier tritt oft ein unangenehmer Geschmack auf.
- Biofilme
Bestimmte humanpathogene Bakterien weisen die Eigenschaft auf, sich
auf inerten (chem. untätigen) Oberflächen anzuheften, sich dort zu vermehren
und eine Extrazelluläre Polymersubstanz (EPS) zu produzieren, in die
eingebettet sie gelagert sind. Diese Beläge können eine erhebliche Dicke
(mm) erreichen. In der Tiefe der Biofilme befindliche Bakterien sind
weitgehend vor Desinfektionsmitteln geschützt.
- Brauchwasser
Umgangssprachlicher Begriff für Wasser des industriellen oder menschlichen
Gebrauchs. Oft wird damit das Wasser für die Dusche, Toilettenspülung,
Waschmaschine oder zum Gießen im Garten bezeichnet. Für den menschlichen
Gebrauch muss es nach EU-Richtlinie Trinkwasserqualität haben.
| C |
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- Chlor
Die schnelle und sichere Wirkung liegt beim Chlor darin, dass sich bei
der Vermischung des Chlors mit Wasser HOCl, ein sehr starkes Oxidationsmittel
bildet, welches die Bakterien in kürzester Zeit irreparabel zerstört.
Cl2 + H20 = HCI + HOCI (Hydrolyse)
Chlor + Wasser = Salzsäure + unterchlorige Säure
Hierbei verbraucht sich das Chlor aber relativ schnell. Das Trinkwasser
ist dann zwar desinfiziert, aber nicht gegen Wiederverkeimung geschützt.
Um die Lagerfähigkeit des Trinkwassers sicherzustellen, ist es deshalb
erforderlich, zusätzlich Silberionen zur Konservierung zu verwenden.
Nicht verschwiegen werden soll, dass Chlor in der Lage ist, Nebenprodukte
(sog. Haloforme, dazu gehört Chloroform) zu bilden Dies setzt voraus,
dass sich eine entsprechend große Menge organischer Verunreinigungen
(Huminsäuren) im Wasser befindet und Chlor in viel höheren Dosen zugegeben
wird, als in der Trinkwasserverordnung erlaubt. Die Wahrscheinlichkeit,
durch gechlortes Trinkwasser an Magen oder Darmkrebs zu erkranken, liegt
nach einer Studie aus den USA bei ca. 1 : 60 Mio. Das ist geringer,
als das Risiko vom Blitz getroffen zu werden.
Chlor steht auch in dem Ruf, dem Trinkwasser einen schlechten Geschmack
beizugeben. Das ist richtig, wenn sehr viel Chlor verwendet wird, oder
bestimmte Chlorsubstanzen wie Natriumdichlorisocyanurat (Bundeswehrtabletten)
verwendet werden. Bei sachgerechter Dosierung ist ein Chlorgeschmack
im Trinkwasser praktisch kaum feststellbar.
Die Verwendung von Chlor ist vor allem dann angezeigt, wenn zu erwarten
ist, dass Krankheitserreger und eine erhöhte Anzahl von Bakterienkolonien
im Trinkwasser vorhanden sind. In diesem Fall kommt für eine Desinfektion
nur Chlor in Frage, wie es die Trinkwasserverordnung u.a. vorschreibt.
- Chlordioxid
Seit 1944 angewandt und inzwischen von größerer Bedeutung in der Trinkwasserbehandlung
erhalten. Einige der Chlorung anhaftende Nachteile bei Behandlung des
Wassers mit Chlordioxid treten nicht auf. Von den verschiedenen Synthesewegen
sei hier auf die Reaktion von Chlor mit einer wässrigen Lösung von Chloriten
verwiesen, die der nachstehenden Gleichung folgt:
2NaClO2 + Cl2 = 2NaCl + 2ClO2
Natriumchlorit + Chlor = Natriumchlorid + Chlordioxid
Der Vorteil des Chlordioxidverfahrens liegt darin, dass keine
Haloforme und auch kaum Chlorphenole entstehen. Ferner reagiert Chlordioxid
nur sehr gering mit organischen Stoffen, und es kommt auch nicht zur
Bildung von Chloraminen. Der Zusatz wird aber begrenzt durch die Bildung
von Chlorit. Diese Verbindung wird als toxisch angesehen. In Einzelfällen
können aber auch bei der Desinfektion mit Chlordioxid Geruchsbelästigungen
auftreten.
| D |
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- Dehydration
Abnahme des Körperwassers durch gesteigerte gastrointestinale u.a. Wasserabgabe
ohne entsprechende Zufuhr und gleichzeitig auftretende Natriumverluste
beeinflussen, je nach ihrer Größe im Verhältnis zum Wasserverlust, die
osmolare Konzentration (Menge der gelösten Teilen pro Liter Lösung in
mol) des Extrazellulärraums (Raum, der die außerhalb der Zelle befindliche
Flüssigkeit enthält).
- Desinfizieren
Abtöten oder Inaktivieren von Erregern übertragbarer Krankheiten (DIN
8046, 9/83). Dies kann durch Abkochen, den Einsatz von UV-Strahlen oder
chemischer Mittel wie Ozon oder Chlor erfolgen. Ein Schutz gegen Wiederverkeimung
besteht bei diesen Mitteln nicht. Bei Frischwasser erfolgt die Desinfektion
mit Chlor innerhalb von 15-30 Minuten. Chlor ist als Natrium-/ Calciumhypochlorit
nach der Trinkwasserverordnung zur Desinfektion von Trinkwasser zugelassen.
- Durchfall
Trotz aller Vorsicht sind aber Hygienefehler auf Reisen nicht ganz zu
vermeiden. Häufigste Folge ist die Durchfallerkrankung (Reisediarrhoe),
die dann vorliegt, wenn der Stuhlgang mehr als 3 Mal täglich dünnflüssig
und krampfartig auftritt und mit heftigen Entleerungen verbunden ist.
Bei einer Durchfallerkrankung gelten folgende "Alarmzeiten"
nach der 6-Stunden-Regel: Leidet ein Baby mehr als 6 Stunden, ein Kleinkind
mehr als 12 Stunden und ein Schulkind mehr als 18 Stunden an dauerhaftem
Durchfall, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei Erwachsenen
ist die Schwere der Erkrankung nach 24 Stunden ausschlaggebend. Bei
Fieber über 38°C, blutigem Durchfall, unstillbarem Erbrechen, anhaltend
starkem Leibschmerz und bei Schwangerschaft ist der Arzt sofort aufzusuchen,
sonst spätestens nach 4 Tagen.
| E |
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- Elektrolytlösung (Nach Centrum für Reisemedizin)
Um drohenden Flüssigkeitsverlust zu vermeiden, empfiehlt das CRM pro
wässriger Stuhlentleerung von folgend zusammengesetzter Flüssigkeit
mindestens 2 Wassergläser zu trinken: 1 Teelöffel Kochsalz, ½ Teelöffel
Natriumbicarbonat (Backpulver) 1,5 g Kaliumchlorid ( 3 Tabl.), 4 Teelöffel
Traubenzucker (od. 8 Teelöffel Haushaltszucker) pro 1 Liter sauberes,
desinfiziertes Wasser.
- Entkeimen (Sterilisieren)
Entfernen von Keimen und Krankheitserregern. Dies erfolgt mit bakteriendichten
(Steril-) Filtergeräten oder mit Autoklaven.
| F |
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- Filter (von german.: felti = Festgestampftes)
Darunter versteht man in der Technik optische, elektronische,
akustische und mechanische Filter, die nur für einen definierten Bereich
durchlässig sind. Im folgenden sind Filter für Verfahren Fest/Flüssig-Trennung
beschrieben.
Ein Filter wird gekennzeichnet durch seine Durchlässigkeit für die Flüssigkeit
und durch sein Rückhaltevermögen für die Feststoffteilchen.
Mit abnehmender Porengröße des Filters steigt das Rückhaltevermögen
und der Druckverlust an und die Durchlässigkeit nimmt ab. Die Saugwirkung
des abfließenden Filtrats erhöht man z. B. durch Verlängerung der Flüssigkeitssäule
unter dem Filter.
Voraussetzung für das Filtrieren ist stets ein Druckunterschied zwischen
Zu- und Ablaufseite des Filtermittels. Diesen erreicht man im einfachsten
Fall durch den statischen Druck beim Aufstauen der Suspension oberhalb
des Filtermittels, durch die Saugwirkung der abfließenden Flüssigkeitssäule
bzw. durch Absaugen der Flüssigkeit.
Im chemischen Labor bedient man sich häufig Filterpapieren (Filtrierpapiere),
deren Beschaffenheit den DIN-Normen entsprechen muss. Als Rohstoffe
für Filterpapiere dienen im wesentlichen veredelte Zellstoffe und kurzfaserige
Baumwolle von hoher Reinheit. Daneben werden für Sonderzwecke Glasfasern,
PVC-Fasern u. Polyesterfasern eingesetzt.
Im Chemie- und Pharmabetrieb, in der Biotechnologie, der Fruchtsaft-,
Bier-, Wein- od. Zuckerindustrie, der Abwasserreinigung in Kläranlagen
od. der Galvanotechnik, der Trinkwasseraufbereitung u. vielen anderen
Gebieten der Technik unterscheidet man je nach Aufgabenstellung bei
den Filterapparaturen Druckfilter, Vakuumfilter u. Filterzentrifugen,
die in kontinuierlicher od. diskontinuierlicher Arbeitsweise benutzt
werden.
Bei den Druckfiltern haben sich die Filterpressen eingebürgert. Andere
Druckfilter sind Kerzenfilter, Scheibenfilter, Plattenfilter u.a. Bei
schwierigen Klärfiltrationen werden Filterhilfsmittel (Kieselgur, Zellulose,
Koks) im Druckfilter als erstes aufgebraucht, bevor die eigentliche
Filtration beginnt (Anschwemmfilter). Meist erfolgt auch noch
ein Zusatz des Filterhilfsmittels zur Suspension. Vor allem bei Abwässern
wird versucht, sehr feine Teilchen durch Zugabe von Flockungsmitteln
zu agglomerieren, worauf sich diese dann leichter abtrennen lassen.
Die von certipur® und Katadyn verwendeten
Filterkerzen bestehen aus gesintertem Kieselgur. Durch eine Oberflächenverschmelzung
der einzelnen Partikel entsteht ein heterokapillares Filtermedium mit
einem Rückhaltevermögen von 0,2 µm, ausreichend, um alle Bakterien
und Krankheitserreger und die meisten Viren zurückzuhalten.
- Filtration (Filtrieren)
Verfahren zur Trennung von Feststoffteilchen aus Flüssigkeiten oder
aus Gasen (Staub); auch von nichtlöslichen Flüssigkeitströpfchen aus
einer anderen Flüssigkeit (Emulsion) oder aus Gasen (Aerosolen). Gemeinsames
wesentliches Merkmal der Filtration ist, dass ein poröses Medium (Filtermittel,
Filter) von der Flüssigkeit od. dem Gas durchströmt wird, wobei Feststoffteilchen,
Tröpfchen an der Oberfläche des porösen Mediums od. in seinem Inneren
zurückgehalten wird. Wegen der Ähnlichkeit der Vorrichtungen wird häufig
auch bei Adsorptions-Prozessen (Aktivkohlefilter) von Filtration gesprochen.
- Filterstoffe
sind lose od. verfestigte Feststoffschichten; z.B.: Schüttungen
(aus Sand, Koks, Kieselgur, Kunststoffen), Filtersteine (aus Quarz,
Schamotte, Kohle, Kunststoffen), Filtermembrane (aus Cellulose-Derivaten,
Kunststoffen), Gewebe od. Vliese (aus Metall-, Natur-, Kunst- u. Glasfasern),
Sinterstoffe (aus Metall-, Glas- u. a. Pulvern), im Laboratorium im
allg. Papier (Filter- od. Filtrierpapier, s. Filter) od. gesintertes
Glas od. Porzellan. Nicht selten muss man mit Filterhilfsmitteln arbeiten
(z. B. bei der Anschwemmfiltration, s. Filter) od. mit Flockungsmitteln,
welche die Filtrierbarkeit der Teilchen beeinflussen.
- Filterverfahren
sind Trennfiltration, wenn man den festen Niederschlag aus der Flüssigkeit
gewinnen will, oder Klärfiltration, wenn die Flüssigkeit vom Niederschlag
befreit werden soll; in vielen Fällen will man auch beide Komponenten
gewinnen. Die Filtration lässt sich diskontinuierlich od. - zumindest
in technischen Anwendungen - kontinuierlich betreiben.
- Filterhilfsmittel
Sie haben bei der Filtration den Zweck, entweder bei Suspensionen mit
nur wenig Feststoffen, die Bildung eines Filterkuchens (s. Filtration)
zu ermöglichen od. bei schleimigen Feststoffen den sich sonst daraus
bildenden sehr dichten Kuchen aufzulockern. Die Filterhilfsmittel sind
nicht mit Flockungsmitteln zu verwechseln. Sie werden entweder der zu
filtrierenden Suspension unmittelbar zugesetzt od. vor der Filtration
als Hilfsschicht auf dem Filter gebildet. Die gebräuchlichsten Filterhilfsmittel,
nämlich Zellulose, Kieselgel, Kieselgur, Holzkohle u. Holzmehl wirken
alle physikalisch-mechanisch, sie verändern also nicht die chem. Zusammensetzung
der Flüssigkeit, sind unlöslich u. bei ihrer Aufschwemmung ergibt der
Filterkuchen viele Kapillaren, die klein genug sind, um die Feststoffe
zurückzuhalten, aber auch zahlreich genug, um eine optimale Durchlässigkeit
zu ermöglichen.
- Frischwasser
Umgangssprachlicher Begriff für Wasser, das ohne Aufbereitung (u.a.
Desinfektion) aus Grundwasser (Brunnen, Quelle) oder Oberflächenwasser
(Bach, See) gewonnen und in Vorratsbehältern (Zisternen) gespeichert
wird. Dieses Frischwasser kann eine Vielzahl von Bakterien und Krankheitserreger
enthalten.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Dubiose Trinkwasserquellen, brüchige
Rohrleitungen in denen das Wasser lange steht, verschmutzte Zapfstellen
und Schläuche, sowie lange Verweilzeiten im Vorratsbehälter bei hohen
Temperaturen. Damit daraus nicht eine Gesundheitsgefährdung entsteht,
ist in Süd- und Osteuropa und erst recht in tropischen Gebieten eine
Desinfektion unbedingt erforderlich.
| G |
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- Grenzwerte
Die der Trinkwasserverordnung zugrundeliegenden Grenzwerte für Wasserinhaltsstoffe
wurden dahingehend festgelegt, dass ein von Geburt an in seiner körperlichen
Konstitution geschwächter Mensch, durch den lebenslangen Genuss des
Lebensmittels Trinkwasser in seinem Befinden nicht weiter beeinträchtigt
wird.
| I |
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- Inaktivierung
Verhinderung des Keimwachstums. Nach Entfernen der Wirksubstanz kann
bei vorliegen entsprechender Nährstoffe die Keimvermehrung wieder einsetzten.
Silbersalze können durch Schwefelverbindungen in ihrer bakteriostatischen
Wirkung beeinträchtigt bzw. unwirksam werden.
| K |
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-
Kieselgur (Diatomeenerde; latein. Bez.:
terra silicea)
Sehr feinkörniges, lockeres, leichtes, kreideähnliches zu den Kieselgesteinen
gehörendes Sediment. Kieselgur besteht aus den formenreichen Kieselsäure-Gerüsten
mikroskopisch kleiner, seit der Trias (Erdzeitalter) in Süß-, Brack-
u. Salzwasser lebender Kieselalgen (Diatomeen). Die Gerüste
haben viele feinste Rillen, Vertiefungen, Kanäle und Kapillaren, daraus
erklärt sich die geringe Dichte (K. schwimmt auf Wasser), das hohe
Aufsaugevermögen, die gute Filterleistung u. die geringe Wärme- u.
Schall-Leitfähigkeit. Es ist feuerbeständig, widerstandsfähig gegen
Säuren u. Chemikalien u. elektrische Nichtleiter. Es wird als Filterstoff
verwendet u. a. in der Getränkeindustrie, Trinkwasserentkeimung, bei
der Gasreinigung, als Scheuermittel in Metallputzmitteln u. Zahnpasten.
Abb.: Koloniebildende Einheiten von Pseudomonas aeruginosa
auf Nährboden (Koppensteiner)
- Koloniebildende Einheit (KBE)
Durch Keimvermehrung aus einem Einzelkeim entstehende, sichtbare Anhäufung
von Bakterien. Nach Aufbringung einer verdünnten Bakteriensuspension
auf einen Nährboden als Technik zur Bestimmung von Koloniezahlen verwendete
Zählmethode z.B.: für bakterielle Grenzwerte in Trinkwasser. Ihre Zahl,
multipliziert mit dem Verdünnungsfaktor ergibt die Zellzahl.
- Konservieren
Maßnahmen zur Verhinderung eines mikrobiellen Verderbs bei anfälligen
Produkten, d. h. z.B.: aufbereitetes Trinkwasser unverändert erhalten.
Dies kann durch Erhitzen, den Einsatz von Gammabestrahlung oder chemischer
Mitteln z.B.: auf Basis von Natriumsilberchlorid-Komplex erfolgen. Das
Wasser wird mit Silberionen bis zu sechs Monate konserviert.
| L |
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- Legionärskrankheit (auch Veteranenkrankheit)
Als es 1976 nach einem Treffen amerikanischer Kriegsveteranen in einem
Hotel in Philadelphia zu einer Epidemie mit 180 Erkrankungen und 29
Todesfällen kam, wurde die Legionärskrankheit erstmals beschrieben.
Als Erreger wurde Legionella pneumophila identifiziert.
Legionellen sind weltweit, in verschiedenen Lebensräumen verbreitete
Bakterien. Ursprünglich sind sie Bewohner von Oberflächenwasser und
feuchtem Boden. Sie haben für den gesunden Menschen in der Regel nur
eine geringe individualmedizinische Bedeutung. Bei herabgesetzter Immunabwehr
(fortgeschrittenes Alter, nach Erkrankungen, Alkoholexzessen, bei starken
Rauchern), kann die Erkrankung tödlich verlaufen, wenn sie nicht innerhalb
von 4 Tagen richtig therapiert wird.
Von gesundheitlicher Relevanz sind sie, wenn sie in Klimaanlagen, Kühltürmen
und Trinkwasserverteilungssystemen anzutreffen sind. Die durch sie hervorgerufenen
Erkrankungen der Lunge (Legionellosen) entstehen daher besonders dort,
wo von Legionellen besiedeltes Wasser verteilt wird. Dies ist in der
Trinkwasserversorgung insbesondere der Fall im Brausesieb des Duschkopfs
und dem Strahlregler des Wasserhahns der Fall, in Klimaanlagen der Düsenkopf
in der Luftbefeucherkammer. Einer der Hauptübertragungswege ist das
Aerosol, das sich beim Duschen oder am Strahlregler des Wasserhahn bildet.
Von dort werden die Bakterien beim Einatmen in die Lunge aufgenommen
und die Infektion ist vollzogen.
Auch der Einsatz von bakteriendichten Filtern gewährleistet keine Legionellenfreiheit
an Zapfhahn und Duschkopf. Die Leitungen können nach den Filtern wieder
besiedelt werden und gegen die Besiedelung der Duschköpfe und Strahlregler
ist auch der beste Filter wirkungslos.
Der beste Schutz gegen eine Legionellenkontamination besteht darin,
diese schon im Ursprung zu bekämpfen. Dies kann dadurch erfolgen, dass
Frischwassertank, Warmwasserbereiter und Leitungen regelmäßig mit certinox®
TankRein von Biofilmen und Sediment gereinigt und mit certinox®
TankFrisch entkalkt werden.
Sonst entstehen unweigerlich Ablagerungen, die einen günstigen Nährboden
für eine Legionellenbesiedelung bieten. Anschließend wird das ganze
System mit certisil® combina desinfiziert.
Das stehende Wasser in den Leitungen muss vor Gebrauch ablaufen. Mit
dem im Warmwasserbereiter auf über 60°C erhitzten Wasser wird die
Leitung mindestens eine Minute vor dem Duschen gespült. Nach dem Duschen
sollte der Duschschlauch möglichst entleert werden. Dies geschieht dadurch,
wenn der Dusckopf in die Wanne gelegt oder durch eine unten angebrachte
Klemme befestigt wird, damit er ausläuft und während der Fahrt nicht
klappert.
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Legionellen
Natürlicher (ubiquitärer) Bestandteil der Mikroflora des Wassers.
Sie werden in einer Vielzahl von Wässern nachgewiesen und können somit
jederzeit in wasserführende technische Systeme (Warmwasserkreisläufe)
gelangen. Als besonders risikoreich muss eine Temperatur zwischen
30°C und 50°C mit langen Verweilzeiten angesehen werden. Bereits
eine kurze Kontaktzeit mit kontaminierten Aerosolen (Wasserdampf,
Wassernebel) ist für einen gesunden Menschen für die Entstehung der
sogenannten Legionärskrankheit ausreichend. Ihr häufigster Vertreter
ist die Legionella pneumophila.
Ein kontaminiertes System muss sofort desinfiziert werden. Hierzu
wird eine thermische Desinfektion mit mindestens 70°C an den geöffneten
Auslässen oder eine Chlorung mit > 1 mg Cl2 / ml empfohlen.
Legionellen weisen bei höheren Temperaturen (>40°C) auch eine
große Empfindlichkeit gegen Silber auf. Deshalb ist die Zugabe von
silber- und chlorhaltigen Mitteln zur Vermeidung des Infektionsrisikos
einfach und wirkungsvoll.
Die Möglichkeit der Legionellenübertragung ist durch schlecht gewartete
und alte Boiler in Wasserversorgungsanlagen bekannt, besonders in
Hotels und Kliniken. In diesen bilden Rückstände aus Zink, Kalk und
Rost einen guten Nährboden. Dies ist aber gerade in den Edelstahlspeichern
von Reisemobilen nicht der Fall.
Die kritischste Stelle für die Gefahr einer Legionellenübertragung
ist die Dusche. Am Duschkopf wird das Wasser feinstrahlig entnommen,
es bildet sich eine Dampfatmosphäre (Aerosol), die eingeatmet, eine
Infektion hervorrufen kann. Nach Beendigung des Duschvorganges verbleibt
das Wasser im Schlauch, kühlt langsam ab und durchläuft zwischen 50°C-30°C
den kritischen Temperaturbereich als ideale Vermehrungsmöglichkeit.
Der Duschschlauch und die Zulaufleitung sind um so kritischer zu betrachten,
je länger die Pause zwischen der Wasserentnahme ist. Häufig sind auch
Warmwasser und Kaltwasserleitungen dicht nebeneinander verlegt, so
dass es zu einer Wärmekoppelung kommen kann. Es ist also nicht unbedingt
der Wärmeerzeuger, sondern vielmehr die Rohrleitungen als mögliche
Infektionsquelle kritisch anzusehen.
Als einfache Abhilfe des Problems empfiehlt sich das Entleeren der
Schläuche nach dem Duschen durch einfaches Herunterhängen der Handbrause
und eine entsprechend lange Vorlaufzeit vor dem Duschen bei geöffnetem
Warmwasserhahn (> 1 min).
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Lochfraß
Kleine Silberionen durchlöchern auch dicke Wände von Boilern, Thermen
und Wassertanks aus Aluminium (auch Seewasserbeständiges). Die elektrochemische,
galvanische Korrosion ist Ursache dafür, dass ein Metall in Gegenwart
eines zweiten Metalls angegriffen und beschädigt / zerstört werden
kann. Dies kommt in der Praxis dann vor, wenn zwei unterschiedliche
Metalle aufeinander treffen und ein wäßriger Elektrolyt hinzukommt
und somit eine sogenannte galvanische Zelle entsteht. Eine galvanische
Zelle ist das Grundprinzip jeder Batterie. Zwei unterschiedliche Metalle
werden in eine elektrisch leitende Flüssigkeit (Elektrolyt) eingetaucht.
Werden nun diese unterschiedlichen Metalle (Pole) miteinander verbunden,
fließt elektrischer Strom. Dabei löst sich das unedlere Metall (Anode,
oder +Pol) auf.
Dieser Vorgang ist um so heftiger, je weiter die aufeinander treffenden
Metalle in der »praktischen elektrochemischen Spannungsreihe« z.B.
für Meerwasser auseinander liegen:
Gold > Silber > Nickel > Messing > Kupfer > Edelstahl
> Titan > Zinn > Blei > Zink > Stahl > Aluminium
In diesem Fall greift das edle Silber das unedle Aluminium an und
verursacht eine Punktkorrosion, die allgemein mit Lochfraß bezeichnet
wird.
Dieser Vorgang entsteht z.B. bei der Überdosierung von silberhaltigen
»Entkeimungsmitteln« zum Frischhalten von Trinkwasser oder bei der
von einem Hersteller solcher Mittel empfohlenen 10-fachen Dosierung
von Silber zur sog. »Tankdesinfektion«. Dabei gehen nicht alle Silberionen
in Lösung, sondern bilden mit dem Chlorid im Wasser Silberchlorid
(AgCl), ein unlösliches und für die Konservierung auch unwirksames
Material.

Abb.: Lochfrass durch
ungelöstes Silber an
Aluminium |
Dieses Silberchlorid lagert sich
als Partikel auf dem Boden des Boilers ab. Weiterhin zementiert
gelöstes Silber aus und bildet mit dem Wasser im Tank und dem
Aluminium die oben beschriebene galvanische Zelle. Dabei fließt
Strom, und an den Berührungspunkten werden Ionen aus dem Aluminium
herausgelöst, die mit dem Wasser zusammen Aluminiumhydroxid
bilden. Dies lagert sich als schleimiger, weiß-grauer Belag
auf dem Boden z.B.: des Boilers ab.
Die elektrochemische Korrosion im Tank entsteht vor allem dann,
wenn die Hersteller die Tanks so bauen, dass ein Restablauf
nicht gewährleistet ist. Dies kann nicht nur zur elektrochemischen
Korrosion führen, sondern auch zu ernsthaften hygienischen Problemen.
Das im Tank verbleibende Restwasser verkeimt bei Stillstandszeiten
hochgradig und gefährdet die Gesundheit.
Die elektrochemische Korrosion in Boilern und Thermen kann durch
Verwendung geeigneter Reinigungs- (certinox®
TankRein) und Desinfektionsmittel (certisil®
combina) vermieden werden. Sie enthalten in den Gebrauchskonzentrationen
nur wenig Silber, die Reinigung erfolgt durch Aktivsauerstoff
und die Desinfektion durch Chlor. Seewassergeeignetes Aluminium
ist gegen diese Mittel beständig.
|
Bei der Konstruktion von Boilern und Thermen sollte auf die Einhaltung
der einschlägigen Vorschriften geachtet werden und eine Restentleerung
immer möglich sein. Eine werkseitige Inneneloxierung von neuen Tanks
ist das beste, was man dem Boiler antun kann. Die Beschichtung ist chemisch
beständig und hygienisch einwandfrei.
Bei korrodierten, bereits undichten Tanks ist eine dauerhafte Lösung
Ihres Problems nur durch den Ersatz des Tanks zu erzielen. Den Tank
innen mit einem Schutzanstrich zu versehen, ist technisch nur schwer
zu realisieren. Die Feuchtigkeit und Verschmutzung der Tankinnenwände
und die schwer zugänglichen Ecken und Winkel im Tank lassen eine dauerhafte
Verbindung nicht zu. Die Farben, die dafür in Frage kommen, müssen physiologisch
unbedenklich sein, gleichwohl enthalten sie Lösungsmittel, die einen
guten Nährboden für Bakterien bilden.
| M |
 |
- Mikrobiologie
Wissenschaft von den kleinsten Lebewesen, die in den großen Gruppen
der Bakterien, Pilze, Algen, Viren und Protozoen zusammengefasst sind.
Das Wort "Mikro" (= klein) bezieht sich hier ausschließlich
auf die Abmessungen dieser Lebewesen, an Bedeutung stehen sie den Vertretern
der anderen traditionellen Gruppen der Biologie (Tierkunde, Pflanzenkunde)
in keiner Weise nach. Im Gegenteil, ohne Mikroorganismen (Kleinstlebewesen)
gäbe es kein Leben auf dieser Welt. Ihre Beteiligung am Stoffumsatz
der Natur macht sie für uns unentbehrlich.
Das erste Erkennen der Mikroorganismen im 19. Jahrhundert war der eigentliche
Startpunkt für den Aufschwung der medizinischen Mikrobiologie. Die prinzipiellen
Zusammenhänge, die zu Seuchen oder Infektionskrankheiten führen, wurden
jedoch schon viel früher gesehen, ohne dass die Ursachen erkannt wurden.
So wird bereits in der Gesetzgebung Moses über die Absonderung von Aussätzigen
und über Hygiene im Bereich des täglichen Lebens gesprochen. Als Ursachen
wurden allgemeine Verunreinigungen (Miasmen) z. B. der Luft angesehen
(Malaria = schlechte Luft), ein Begriff, der bis Ende des 19. Jahrhunderts
bestehen blieb. Man erkannte auch, dass Infektionskrankheiten durch
Übertragung zustande kommen, was im 14. Jahrhundert zur Einführung der
Quarantäne zwecks Abwehr von Seucheneinschleppungen führte.
Ziel der Mikrobiologie ist es, die Lebensgewohnheiten der Mikroorganismen
aufzuzeigen. Dies beinhaltet deren allgemeine Stellung in der Natur,
die Beschreibung von Formen und Arten, deren Ernährungsgewohnheiten
und Leistungen, ihre Handhabung im Labor und schließlich ihre Bedeutung
als Krankheitserreger.
- Mikroorganismen
Kleinlebewesen, in der Regel Einzeller, die als Bakterien, Pilze, Protozoen
und Viren in ca. 100.000 verschiedenen Arten unterschieden werden. Sie
dienen zur Herstellung und Veredelung von Nahrungs- oder Arzneimitteln,
einem Gebiet der Mikrobiologie, das gerade heute eine überragende Bedeutung
hat.
Die Mikroorganismen haben jedoch auch den menschlichen Körper entdeckt.
Aber auch hier gilt, dass sie zur Lebensfähigkeit einen wesentlichen
Beitrag leisten. Andererseits haben gerade Mikroorganismen dem Menschen
über Jahrhunderte ihre Macht in Form von Seuchen und Infektionskrankheiten
demonstriert. Heute haben Seuchen ihren Schrecken weitgehend verloren.
Wir haben die Ursachen und Übertragungswege sowie deren Bekämpfung erforscht.
Trotzdem lassen sich Seuchen und Infektionskrankheiten nicht ausrotten.
Dafür sorgen mangelnde hygienische Verhältnisse in unterentwickelten
Ländern oder bei Katastrophen (Erdbeben), veränderte Lebensgewohnheiten
des Menschen selbst und nicht zuletzt unsere Krankenhäuser, in denen
unsere Patienten, trotz der Fortschritte der Chemotherapie und Medizintechnik,
einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Der Mensch wird also auch
weiterhin seinen Kampf gegen einen Teil der Mikroorganismen führen müssen,
den wir als "Krankheitserreger" bezeichnen.
| N |
 |
- Nebenwirkungen
Bei der Diskussion um chemische Wasserzusätze wie Chlor oder Silber
wird oft auf die Anreicherung von Chemikalien in der Nahrungskette hingewiesen.
Vor allem Chlor wird häufig und fälschlicherweise als gesundheitsgefährdend
dargestellt. Hier gilt es abzuwägen, was das kleinere Übel ist:
Der verantwortungsvolle Umgang mit Desinfektions- und Konservierungsmitteln
und deren Aufnahme für eine begrenzte Zeit oder Reisekrankheiten wie
Amöbenruhr, Typhus oder Cholera. Ganz zu schweigen von den »Chemiebomben«
und ihren Neben- und Nachwirkungen, die erforderlich sind, um einen
Patienten von diesen lebensbedrohlichen Krankheiten zu heilen.
| O |
 |
- Ozon
Der 3-wertige Sauerstoff tötet nicht nur die Bakterien wirksam ab, er
oxidiert auch die Wasserinhaltsstoffe. Ozon muss am Ort der Verwendung
erzeugt werden, ist sehr gefährlich und von Laien deshalb nicht anwendbar.
| P |
 |
-
Parasiten (Mitesser, Schmarotzer)
Lebewesen, die zu einem Wirt in einer mehr oder weniger engen Beziehung
stehen und auf dessen Kosten leben. Im weiteren Sinne bezieht sich
der Begriff "Parasit" sowohl auf Pflanzen als auch auf Tiere;
im medizinischen Bereich wird er auf Erreger aus dem Tierreich beschränkt,
von denen die wichtigsten zu den Protozoen gehören. Parasiten verursachen
zahlreiche Krankheiten (= Parasitosen), von denen einigen eine herausragende
Bedeutung zukommt. So treten nach Angaben der World Health Organization
(WHO, 1996) pro Jahr 300-500 Millionen neue Fälle von Malaria auf
und 1,5 - 2,7 Millionen Menschen sterben an dieser Krankheit.
Abb.: Zellformen des Pilzhallus (Koppensteiner)
- Pilze
Sie haben eine starre Zellwand und einen klassischen Zellkern und sind
meist bewegungsunfähig. Sie enthalten keine photosynthetischen Pigmente
und ernähren sich von verschiedenen organischen Nährsubstraten. Von
den mehr als 100.000 Pilzarten sind nur ungefähr 300 als Infektionserreger
des Menschen bekannt. Die meisten Pilzinfektionen entstehen nur bei
geschwächter Infektabwehr.
- Prävention
Ziel aller Präventionsmaßnahmen muss es sein, den Krankheitserregern
keine günstigen Bedingungen für eine Vermehrung zu bieten.
- Protozoen
Frei oder parasitisch lebende einzellige Mikroorganismen, z.T. mit wechselnder
Größe und Gestalt. Die Übertragung vieler parasitischer Protozoen erfolgt
durch Gliederfüssler, indem sie sich zu Land und Wasser ungeschlechtlich
vermehren und dabei auch einen Formwechsel durchmachen, der mit der
Ausbildung eines infektiösen Stadiums endet. Zu ihren bekanntesten Vertretern
gehören die Amöben und Giardia.
| S |
 |
- Silberionen
Bezeichnung für elektrisch geladene Teilchen des Silbers von atomarer
oder molekularer Größenordnung. Sie durchdringen die Zellwand der Bakterien
und bewirken eine Blockierung des Enzymsytems, indem sie lebensnotwendige
Umsetzungen in Mikroorganismen hemmen. Als Angriffspunkt wurde vor allem
das Fermentsystem der Bakterien lokalisiert. Dort gehen vornehmlich
Thiol- und Carboxylgruppen mit den Silberionen relativ stabile Verbindungen
ein. Metallisches Silber zeigt bei Desinfektionsversuchen wenig Wirkung.
Der Schweizer Biochemiker Nägeli hat schon 1893 über die olygodynamische
Wirkung von Silber auf Bakterien wissenschaftlich berichtet
Die Bakterienzellen werden durch Silberionen nicht abgetötet sondern
nur inaktiviert. Nach einiger Zeit (bis 6 Monate) werden sie wieder
aktiv und können sich vermehren. Durch Zugabe von Silberionen wird Trinkwasser
bis zu 6 Monate vor Wiederverkeimung geschützt. Grundvoraussetzung ist
hierbei klares Wasser, ein sauberer Behälter und eine Einwirkzeit von
min. 2 Stunden. Bei veruneinigtem Wasser und höheren Bakterienkonzentrationen
haben Mittel auf Basis von Silberionen nur eine eingeschränkte Wirkung.
Im Zusammenhang mit der Wirkung des Silbers wird umgangssprachlich ebenso
häufig wie unzutreffend der Begriff "Entkeimung" angewandt.
Das ist in diesem Zusammenhang falsch, denn er besagt, dass das Wasser
entkeimt - also frei von Keimen - ist. Einen solchen Zustand gibt es
nur im Labor, nicht aber in einem Wassertank. Das Wort "Entkeimen"
soll den Verbraucher glauben machen, mit der Anwendung dieses Mittels
keimfreies Wasser zu erhalten. Dabei wird der Verbraucher irregeführt,
wähnt sich in trügerischer Sicherheit und gibt für seinen Durchfall
dem Knoblauch oder Olivenöl die Schuld anstatt seiner Wasserversorgung.
- Sorption (von latein.: sorbere = schlucken)
Sammelbezeichnung für alle Vorgänge, bei denen ein Stoff durch einen
anderen mit ihm in Berührung stehenden Stoff selektiv aufgenommen wird,
Beisp.: Absorption, Adsorption. Man verwendet den Begriff Sorption
immer dann, wenn im speziellen Fall die Natur des individuellen Prozesses
unbekannt ist. Die Sorption spielt eine bes. Rolle bei Materialien mit
Porenstruktur; z.B.: Holz, Keramik, Baustoffe, Katalysatoren,
aber auch Leder, Haut usw.
| T |
 |
- Trinkwasser
Nach Richtlinie 98/83/EG, bzw. 80/778/EWG "Wasser für den menschlichen
Gebrauch" Darunter fällt alles Wasser, welches ungeachtet seiner
Herkunft, seines ursprünglichen Zustandes oder der Aufbereitung zum
Trinken, zum Duschen selbst für die Toilettenspülung etc. eingesetzt
wird. Trinkwasser muss frei von Krankheitserregern sein und darf keine
gesundheitsschädigenden Eigenschaften haben. Auch für den Menschen ungefährliche
Bakterienkolonien dürfen einen bestimmten Richtwert nicht übersteigen.
An Bord von Wasserfahrzeugen, Luftfahrzeugen und Landfahrzeugen darf
nach Trinkwasserverordnung in der Wasserversorgungsanlage die Koloniezahl
von 1.000 je ml nicht überschritten werden, (Regelmäßige Überprüfung).
- Trinkwasserverordnung
Im Lebensmittelrecht enthaltene "Verordnung über Trinkwasser und
Wasser für Lebensmittelbetriebe. Sie regelt die:
- Beschaffenheit von Trinkwasser
- Trinkwasseraufbereitung
- Beschaffenheit des Wassers für Lebensmittelbetriebe
- Pflichten des Unternehmers oder sonstigen Inhabers einer
Wasserversorgungsanlage
- Überwachung durch das Gesundheitsamt in hygienischer Hinsicht
- Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
|
- Übergangs- und Schlussbestimmungen
- Mikrobiologische Untersuchungsverfahren
- Grenzwerte für chemische Stoffe
- Zur Trinkwasseraufbereitung zugelassene Zusatzstoffe
- Kenngrößen und Grenzwerte zur Beurteilung der Beschaffenheit
des Trinkwassers
- Umfang und Häufigkeit der Untersuchungen
|
Nach Anlage 3 sind zur Trinkwasseraufbereitung
zugelassene Zusatzstoffe
Lfd.
Nr. |
Bezeichnung |
EWG
Nr. |
Verwendungszweck |
Zulässige
Zugabe |
Grenzwert nach Aufbereitung |
| 1 |
Chlor
Natrium-Calcium
Magnesiumhypochlorit
Chlorkalk |
925 |
Desinfektion |
1,2 *) mg/l |
0,3 **) mg/l |
| 2 |
Chlordioxid |
926 |
Desinfektion |
0,4 mg/l |
0,2 mg/l |
| 3 |
Ozon |
|
Desinfektion
Oxidation |
10 mg/l |
0,05 mg/l |
| 4 |
Silber
Silberchlorid
Natriumsilberchlorid-
Komplex
Silbersulfat |
E 174 |
Konservierung,
nur bei nicht-
systematischem
Gebrauch im
Ausnahmefall |
|
0,08 mg/l |
| 5 |
Wasserstoffperoxid |
|
Oxidation |
17 mg/l |
0,1 mg/l |
| 6 |
Kaliumpermanganat |
|
Oxidation |
|
|
* Die zulässige Höchstmenge darf auf 6 mg/l erhöht werden, wenn
die mikrobiologischen Anforderungen auf anderem Wege nicht eingehalten
werden können.
** Der Grenzwert nach Aufbereitung darf 0,6 mg/l betragen.
| U |
 |
-
Überdosierung
Paracelsus sagte hierzu, dass die Menge bestimmt, ob ein Stoff giftig
ist. Dies gilt bei objektiver Betrachtung auch für Chlor und Silber
in der Wasserhygiene. Der Vorteil bei Chlor ist, dass eine versehentliche
Überdosierung sofort am deutlichen Geruch erkennbar ist und vor einem
Genuss des Wassers warnt. In bestimmten Fällen ist eine Überdosierung
allerdings notwendig. So wird beispielsweise im Katastropheneinsatz
kurzfristig eine 2-fache Überdosierung empfohlen. Eine Überdosierung
von Silber kann geschmacklich nicht festgestellt werden und führt
auch nicht zu kürzeren Einwirkzeiten.
-
Umgebungstemperatur
Bakterien lieben Wärme, Licht und ein gutes Nahrungsangebot. Je nach
Ihren Lebensbedingungen wachsen die Bakterien schneller oder langsamer.
Verunreinigtes Wasser bietet ein gutes Nährstoffangebot ebenso wie
ungeeignete Tankwerkstoffe oder Anstriche. Im kühleren Norden vollzieht
sich die Keimvermehrung um ein vielfaches langsamer als im warmen
Süden. Bei 30-37°C Wassertemperatur kann sich eine einzige Bakterienzelle
innerhalb von 30 min. teilen. Behält sie diese Teilungsgeschwindigkeit
bei, vermehrt sie sich mit einer logarithmischen Wachstumsphase in
8,5 Stunden auf 100.000 Bakterien.
-
Umweltschutz
"Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk
der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen Fürsorge
jedes einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut. Mit Naturgütern
ist schonend und sparsam umzugehen. Es gehört auch zu den vorrangigen
Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen
Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu
schützen, ..." (Auszug aus Art. 141 der Bayerischen Verfassung)
-
UV-Bestrahlung
Desinfektionsverfahren z.B.: für Trinkwasser. Quecksilberdampfstrahler
unterschiedlicher Dampfdrücke senden UV-Strahlen in verschiedenen
Längen aus. Die Strahlen von 253,7 nm haben eine inaktivierende Wirkung.
Die Primärschädigung der Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren)
bei der UV-Bestrahlung beruht auf einer fotochemischen Veränderung
der Nucleinsäuren, die eine Zellteilung verhindert.
 |
Voraussetzungen für eine wirksame UV-Anlage ist eine definierte Bestrahlungsdosis
von mind. 25 mJ cm-2, die sich errechnet aus der Bestrahlungsstärke
als Funktion der Schichtdicke und der Trübung des Wassers und der
Bestrahlungsdauer (Verweilzeit der Zelle im UV-Licht) die aus der
Durchflussgeschwindigkeit resultiert. Die Bestrahlungsstärke wird
beeinflusst durch die unvermeidliche Verschmutzung des Quarzschutzrohres
und der Lampenalterung, die mit jedem Einschalten fortschreitet.
Einflussgrößen bei der Desinfektion von Wasser mit UV-Strahlen
(aus: Gelzhäuser, Peter, Hrsg., Desinfektion von Trinkwasser durch
UV-Bestrahlung, Expert-Verlag, ISBN 3-8169-0550-1)
Bei einer intermittierenden Bestrahlung ist zu beachten, dass der
Strahler je nach Bauart eine Anwärmzeit von ca. 3 min. benötigt, bis
er seine volle, für die errechnete Keimreduktion erforderliche Bestrahlungsstärke
erreicht und bei jeder Einschaltung ca. 1 Stunde seiner Lebensdauer
verliert.
Die Wirkung der UV-Bestrahlung ist stark von der Wasserqualität und
der Sauberkeit des Quarzschutzrohres abhängig. Überwachungsvorrichtungen
der Bestrahlungsstärke mit Alarmfunktion bei starker Trübung sind
unabdingbar als Indiz für eine stattfindende Keimreduktion.
UV-Geräte haben den Vorteil, dass die Bestrahlung sofort während dem
Durchfluss eine Keimreduktion im Wasser bewirken. Sie haben sich im
Betrieb der Wasserwerke bestens bewährt, wenn sie als Durchflussanlagen
ausreichend dimensioniert sind, durch Fachpersonal gewartet werden
und ihre Wirkung durch entsprechende Einrichtungen ständig überwacht
wird. Ihr Einsatz im Trinkwassertank von Wohnwagen und Caravan ist
zweifelhaft.
| V |
 |
-
Viren (Lat.: Virus = Schleim, Gift)
Sammelbezeichnung für mehr als 600 beschriebene biologische Strukturen,
die nicht über die für Wachstum und Teilung erforderlichen Enzyme
verfügen, sondern dazu Wirtszellen bedürfen, in denen sie häufig krankheitserregend
wirken, (Bakterienspezifische Viren werden als Bakteriophagen bezeichnet).
 |
|
| Abb.: Virusarten, maßstabgerecht
in Bakterienzelle (E.coli) eingezeichnet (Kayser) |
|
| |
|
 |
|
| Abb.: Schematischer Aufbau einen
Myxovirus |
|
| W |
 |
- Wasserstoffperoxid, H2O2
(veraltete Bezeichnung)
Wasserstoffsuperoxid: Farblose mit Wasser und in vielen organischen
Lösemitteln lösbare Flüssigkeit. Die Viskosität ist bei 20oC
ähnlich der des Wassers. H2O2 ist entsprechend
seiner Konzentration (170%) ein starkes Oxidationsmittel. >60%iges
H2O2 kann brennbare Stoffe entzünden, mit Spuren
katalytisch wirkender, organischer Substanzen kann eine ggf. expolsionsartige
Zersetzung erfolgen. H2O2 und seine Verbindungen
(Peroxide) wird zunehmend verwendet anstelle von Chlor zum Bleichen,
Reinigen und Entgiften von Trink-, Schwimmbad- und Abwasser. Für die
Desinfektion von Trinkwasser ist Wasserstoffperoxid nicht zugelassen,
sondern nur zur Oxidation der Wasserinhaltsstoffe. In den Konzentrationen,
in denen Wasserstoffperoxid auch unbedenklich zu handhaben ist, hat
es auch keine sichere Desinfektionswirkung im Trinkwasser.
| Z |
 |
- Zysten
Keine Mikroorganismen sondern ein - od. mehrkammerige, durch eine Kapsel
abgeschlossene sackartige Gebilde. Sie sind Überträger von Krankheiten,
z.B. von Darmamöben. Nach Aufnahme der Zyste über die Nahrungskette
schlüpfen die Amöben im Darm aus der Zyste und bilden 4 oder 8 einkernige
vegetative Formen der Protozoen.
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