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Tauchunfälle als Folge von Durchfall
Innere Austrocknung – die unterschätzte
Gefahr im Tauchurlaub!
Obwohl sie mitten im Wasser sind, können Taucher
innerlich austrocknen (Dehydration).
Durch den umgebenden Wasserdruck und die Kälte wird besonders viel
Blut durch die Nieren gepumpt. Den reichlich produzierten Urin scheidet
der Taucher meist schon während des Tauchganges aus. Nach dem Tauchen
unterdrückt Auskühlung das Durstgefühl. Hinzu kommt die »normale
touristische Austrocknung« durch zu wenig Trinken. In warmen Ländern
funktioniert das Durstgefühl erst nach 6 bis 8 Wochen Anpassungszeit
zuverlässig. Weitere Ursachen für Wasserverluste des Körpers
sind Schwitzen, Durchfall und übermäßiger Alkoholgenuss.
Tipp:
Beim Gang auf die Toilette kann man kontrollieren, ob der Körper
gut bewässert ist. Ist der Urin (dunkel-) gelb, droht Austrocknung.
Dekompressionsunfälle und Kräftemangel.
Die innere Austrocknung vermindert die Blutflüssigkeit. Das Blut
wird »dicker« und fließt schlechter durch die Adern.
Alle Organe, insbesondere Lunge, Gehirn und Muskeln werden schlechter
durchblutet. Die Durchblutungsstörungen behindern die Stickstoffabgabe
aus dem Gewebe beim Auftauchen. Das Risiko von Dekompressionserscheinungen
(Caisson-Taucherkrankheit) steigt stark an. Zudem drohen unbemerkte Körperschäden
durch »stille« Dekompressionserscheinungen. Auch die Kraft
und die Ausdauer werden erheblich reduziert. Schon bei 10% Wassermangel
nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit um 50% ab. Dieser Kräftemangel
kann bei Strömung oder Wellengang zu gefährlichen Situationen
führen.
Trinken,Trinken,Trinken ist deshalb die Devise.
Zu viel trinken kann man beim Tauchurlaub nicht – außer beim
Alkohol! Klares Wasser ist der beste Durstlöscher - aber nur, wenn
es frei von Krankheitserreger ist. Otto Normaltaucher mit 75 kg Lebendgewicht
sollte pro Tauchgang 1 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, am besten
1/3 vor und 2/3 nach dem Tauchen. Am besten nimmt man die eigene Wasserflasche
mit zur Tauchbasis. Für den Tagesausflug auf dem Tauchboot sollte
man zwei Literflaschen einpacken, da meistens zwei Tauchgänge angeboten
werden.
Nur entkeimtes Wasser trinken. In Deutschland ist Leitungswasser aus öffentlichen
Wasserwerken das gesündeste und bestkontrollierte Lebensmittel. Wer
jedoch in südlichen Ländern und Entwicklungsländern unbehandeltes
Leitungs- oder Flaschenwasser trinkt, geht das Risiko von Durchfallerkrankungen
ein, die zu Fieber und schlimmeren Krankheitserscheinungen führen
können. Nur bei entkeimtem (desinfiziertem) Wasser
besteht keine Gefahr. Auch in Plastikflaschen angebotenes »Quellwasser«
ist meistens nicht keimfrei, denn die Abfüllanlagen unterliegen oft
keiner wirksamen Kontrolle. Schon bei geringer Keimbelastung können
sich die Bakterien bei tropischen Temperaturen in kurzer Zeit millionenfach
vermehren.
Das Abkochen von Wasser ist im Hotel, in der Tauchbasis
oder auf dem Tauchboot kaum möglich.
Bewährt hat sich daher die chemische Desinfektion mit Chlor, wie
es auch in deutschen Wasserwerken (lt. EU-Richtlinie sind Chlor und Silberionen
für die Desinfektion und Haltbarmachung von Wasser für den menschlichen
Gebrauch zugelassen) verwendet wird. Durch Zusatz von Silberionen wird
das Wasser anschließend haltbar gemacht. Schädliche Auswirkungen
auf den Menschen oder gar Vergiftungsgefahr besteht bei richtiger Dosierung
nicht. Chlor wird im Körper schnell in harmlose Verbindungen umgebaut
und ausgeschieden. Dies gilt auch für Silberionen.
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