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Trinkwasserhygiene unterwegs: Chlor oder Silber – was wirkt wie?
Unzutreffende Definitionen und Wirkungsversprechen
verwirren die Verbraucher
Zu fast jedem Urlaubsland gibt es heute ausführliche
Unterlagen, auch zur Reisegesundheit.
Bei Fernreisen wird man immer häufiger bereits im Reisebüro darauf
hingewiesen, daß verunreinigtes Trinkwasser die Ursache Nr.1 für
Durchfallerkrankungen ist. Diesen Hinweis sollte man weder als gesunder
Erwachsener und schon gleich gar nicht, wenn Kinder mitreisen, ignorieren.
Klimaumstellung und Reisestreß machen jeden für »Montezumas
Rache« anfälliger. Nicht nur bei Kleinkindern kann der mit Durchfall
verbundene Flüssigkeitsverlust zu einer akuten Lebensbedrohung werden.
Wie kann man sich wirkungsvoll vor Erkrankungen schützen?
Möglichkeiten der Trinkwasserdesinfektion
Das sicherste »Desinfektionsmittel« ist immer noch das Abkochen
von Wasser. Dies ist in Hotelzimmern allerdings verboten und fernab der
Zivilisation kostet es wertvollen Brennstoff. Daher gehen wir hier hauptsächlich
auf die Wirkungsweisen chemischer Produkte zur Wasserhygiene ein: Für
eine sichere, wirkungsvolle und schnelle Desinfektion sind Chlorzusätze
nahezu unentbehrlich. Silberhaltige Produkte dagegen sollen wegen der
langsamen und eingeschränkten Wirkung nicht zur Desinfektion, sondern
nur bei der Lagerung von sauberem Trinkwasser eingesetzt werden. Herstelleraussagen,
die eine »Entkeimung« von Trinkwasser durch silberhaltige
Präparate versprechen, sind eine Irreführung des Verbrauchers.
Silberhaltige Produkte sind auf Grund ihres Wirkungsmechanismus nicht
in der Lage, Wasser »keimfrei« zu machen.
Die europäische Trinkwasserverordnung
läßt nur wenige
Wirkstoffe für die Desinfektion und Konservierung zu: |
| Methode |
Wirkstoffe |
Höchstmenge
pro Liter Wasser
(nach der Aufbereitung) |
| Desinfektion |
Natriumhypochlorit
Calciumhypochlorit |
0,3 mg /l Wasser |
| Konservierung* |
Natriumsilberchlorid-
komplex |
0,08 mg /l Wasser |
Die Verwendung anderer Produkte
zur Trinkwasseraufbereitung
(z.B. Wasserstoffperoxid zur Desinfektion) ist innerhalb der EU nicht
zulässig. |
Die Wirkungsweise von Chlor
Die keimabtötende Wirkung von Chlor ist schon lange bekannt. 1897
desinfizierte man in Maidstone (England) eine typhusverseuchte Wasserleitung
mit Chlorbleichlauge. Middelkerke in Belgien war die erste Stadt, welche
das Trinkwasser regelmäßig mit Chlor aufbereitete und Robert
Koch setzte 1898 Chlor bei der Bekämpfung der Amöbenruhr-Epidemie
in Hamburg ein. Chlor zerstört innerhalb kürzester Zeit die
Zellen der Mikroorganismen irreversibel. Dabei wird in Abhängigkeit
vom Grad der Verunreinigung des Wassers das Chlor verbraucht. Ein Vorgang,
den man als Chlorzehrung bezeichnet. Für die Desinfektion von Trinkwasser
mit Chlor benötigt man daher eine Einwirkzeit von 15 -30 Minuten.
Die Wirkungsweise von Silber
Schon in der Antike war den Römern und Perser die konservierende
Wirkung des Silbers in Wasser bekannt. Sie transportierten auf ihren Feldzügen
Trinkwasser in Silbergefäßen und machten dadurch das Wasser
auch über längere Zeit halt- und genießbar. Wirksam ist
bei Silber nicht das Metall an sich, sondern seine Ionen bzw. ein Salzkomplex,
der daraus entsteht. Die Silberionen besetzen bestimmte Rezeptoren der
Zellen und hemmen dadurch lebensnotwendige Stoffwechselprozesse der Mikroorganismen.
Die Mikroorganismen werden dadurch inaktiviert, können sich aber
auch nach einer Zeit von sechs Monaten reaktivieren und weiter vermehren.
Produkte auf Silberbasis wirken nur in klarem Wasser und benötigen
je nach Wasserbeschaffenheit bis zu sechs Stunden Einwirkzeit.
Nebenwirkungen
Bei der Diskussion um chemische Wasserzusätze wie Chlor oder Silber
wird oft auf die Anreicherung von Chemikalien in der Nahrungskette hingewiesen.
Vor allem Chlor wird häufig und fälschlicherweise als gesundheitsgefährdend
dargestellt. Außerdem sollte man abwägen, was das kleinere
Übel ist: Der verantwortungsvolle Umgang mit Desinfektions- und Konservierungsmitteln
oder Reisekrankheiten wie Amöbenruhr, Typhus oder Cholera. Ganz zu
schweigen von den »Chemiebomben«, die erforderlich sind, um
einen Patienten von diesen lebensbedrohlichen Krankheiten zu heilen.
Überdosierung
Paracelsus sagte, daß die Menge bestimmt, ob ein Stoff Gift ist.
Dies gilt auch für Chlor und Silber in der Wasserhygiene. Der Vorteil
bei Chlor ist, daß eine versehentliche Überdosierung sofort
am deutlichen Geruch erkennbar ist und vor einem Genuß des Wassers
warnt. In bestimmten Fällen ist eine Überdosierung allerdings
notwendig. So wird beispielsweise im Katastropheneinsatz kurzfristig eine
2-fache Überdosierung empfohlen. So werden auch Amöben sicher
abgetötet. Eine Überdosierung von Silber kann geschmacklich
nicht festgestellt werden und führt auch nicht zu kürzeren Einwirkzeiten.
Verwendung von Filtern
Bakteriendichte Filter werden nur für ganz extreme Expeditionen als
handbetätigte Geräte benötigt. Dort steht in der Nähe
menschlicher Ansiedlungen oft nur stark verunreinigtes Wasser zur Verfügung,
das selbst die Wirksamkeit von Chlor erheblich einschränken kann.
Die Filter geben dem Wasser aber keinen Schutz vor Wiederverkeimung in
einer verunreinigten Trinkflasche. Daher wird zur Desinfektion der Trinkflasche
und zum Frischhalten des Wassers die Anwendung von certisil®
combina empfohlen.
Machen fest eingebaute Filter und UV-Geräte
chemische Produkte überflüssig?
Für den Einsatz in Yachten oder Wohnmobilen werden Einbaufilter und
UV-Geräte stark propagiert. Damit ist jedoch nicht gesagt, daß
auf chemische Desinfektionsmittel verzichtet werden kann. Die unvermeidlichen
Verunreinigungen in Tank und Leitungen des Trinkwassersystems an Bord
eines Schiffes oder Wohnmobils (mit vielen Ventilen und meterlangen Rohrleitungen
aus Kunststoff) werden durch diese Geräte nicht beseitigt. Sie wirken
immer nur am Ort der Installation und geben keinerlei Schutz vor Wiederverkeimung
in Leitungen! Bei Anschaffungspreisen von €160 - €500 wird aus
Kostengründen meist nur ein Filter oder UV-Gerät nach dem Tank
installiert. Dieses vermittelt nur eine trügerische Sicherheit, weil
es zwar die Bakterien entfernt bzw. abtötet, sie jedoch in Leitungen,
Armaturen und Duschköpfen nicht beseitigt. Richtiger wäre die
Installation eines Gerätes vor jedem Wasserhahn sowohl in der Kalt-
als auch Warmwasserleitung, um die bakteriologischen Verunreinigungen
zu verhindern, aber dies bedeutet Kosten von €1500,– bis €3.000,–.
Die in Leitungen und Warmwasserbereitern befindlichen Krankheitserreger
können durch geeignete Reinigungsmittel (certinox®
TankRein)und eine umfassende Desinfektion des gesamten Trinkwassersystems
mit certisil® combina beseitigt werden. Regelmäßige
Wiederholungsintervalle im Frühjahr und Herbst sichern eine hygienische
Wasserversorgung.
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