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Farb- und Lacklexikon
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- Beizen ist
- eine bestimmte färbende Behandlung von Holz oder
- eine ätzende Vorbereitung von Metallen und Kunststoffen zur
Verbesserung der Haftfestigkeit von nachfolgenden Beschichtungen.
Siehe aber auch DIN 50 902.
- Beschichtung
ist der Oberbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende,
aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten auf einem Untergrund.
Der Beschichtungsstoff kann mehr oder weniger in den Untergrund eindringen.
Bei mehrschichtigen Beschichtungen spricht man auch von einem Beschichtungsaufbau
("Beschichtungssystem").
Anmerkung 1: Beschichtungen im Sinne dieser Norm sind Lackierungen,
Anstriche, Kunstharzputze, Spachtel- und Füllerschichten sowie
ähnliche Beschichtungen. Die Begriffe Beschichtung, Anstrich und
Lackierung werden zum Teil alternativ verwendet.
Die Beschichtung kann nach unterschiedlichen Kriterien näher gekennzeichnet
werden, z. B.:
- nach der Art des Beschichtungsstoffes:
Anstrich, Lackierung, Pulverbeschichtung (Pulverlackierung);
- nach der Art des Beschichtungsverfahrens:
Anstrich, Spritzlackierung (Spritzbeschichtung), Tauchlackierung
(Tauchbeschichtung), Gießlackierung, Spachtelschicht usw.
Hat der Beschichtungsstoff eine zusammenhängende Schicht gebildet,
so spricht man auch von einem Beschichtungsfilm (nass oder trocken).
Anmerkung 2: Der Zusammenhang zwischen dem Oberbegriff Beschichtung
und einer Reihe von Unterbegriffen wird anhand von Beispielen in
dem nachstehenden Begriffssystem mit 3 Unterteilungsstufen veranschaulicht.
In der Unterteilungsstufe nach dem Oberbegriff Beschichtung befinden
sich - gleichberechtigt - unter anderem die wichtigen Begriffe Anstrich
und Lackierung. In der letzten Unterteilungsstufe sind Begriffe
aufgeführt, die von den Begriffen der darüber liegenden
Stufe abgeleitet sind.
- Beschichtungspulver
ist ein pulverförmiger Beschichtungsstoff.
- Beschichtungsstoff
ist im Sinne dieser Norm ist der Oberbegriff für flüssige
bis pastenförmige oder auch pulverförmige Stoffe, die aus
Bindemitteln sowie gegebenenfalls zusätzlich aus Pigmenten und
anderen Farbmitteln, Füllstoffen, Lösemitteln und sonstigen
Zusätzen bestehen.
Beschichtungsstoffe, die nach dem Bindemittel benannt sind, müssen
soviel von diesem Bindemittel enthalten, dass dessen charakteristische
Eigenschaften im Beschichtungsstoff vorhanden sind.
Siehe z. B. auch DIN 55 928 Teil 9.
Anmerkung: Beschichtungsstoffe im Sinne dieser Norm sind Lacke, Anstrichstoffe,
Beschichtungsstoffe für Kunstharzputz, Spachtelmassen, Füller,
Bodenbeschichtungsmassen sowie ähnliche Beschichtungsstoffe.
Die Begriffe Beschichtungsstoff, Anstrichstoff und Lack werden zum Teil
alternativ verwendet.
Der Zusammenhang zwischen dem Oberbegriff "Beschichtungsstoff"
und einer Reihe von Unterbegriffen wird anhand von Beispielen in dem
nachstehenden Begriffssystem mit 3 Unterteilungsstufen veranschaulicht.
In der Unterteilungsstufe nach dem Oberbegriff Beschichtungsstoff befinden
sich - gleichberechtigt - unter anderem die wichtigen Begriffe "Anstrichstoff"
und "Lack". In der letzten Unterteilungsstufe sind Begriffe
aufgeführt, die von den Begriffen der darüber liegenden Stufe
abgeleitet sind.
- Beschleuniger
ist eine Substanz, die, in kleinen Mengen zugesetzt, Reaktionen, z.B.
die Vernetzungsreaktion, beschleunigt.
- Beständigkeit
ist die Eigenschaft von Stoffen, einer Beanspruchung ohne Minderung
des Gebrauchswertes zu widerstehen.
Anmerkung: Zur Kennzeichnung der Beanspruchung wird der Begriff Beständigkeit
in Wortkombinationen gebraucht, wie Wetter-, Wärme-, Säure-,
Abrieb-, Korrosions-, Steinschlag-, Waschmittel-, Scheuer-, usw.
- Bindemittel
ist der nichtflüchtige Anteil eines Beschichtungsstoffes ohne
Pigment und Füllstoff, aber einschließlich Weichmachern,
Trockenstoffen und anderen nichtflüchtigen Hilfsstoffen. Das Bindemittel
verbindet die Pigmentteilchen untereinander und mit dem Untergrund und
bildet so mit ihnen gemeinsam die fertige Beschichtung. In pigment-
und füllstofffreien Beschichtungsstoffen umfasst das Bindemittel
alle nichtflüchtigen Bestandteile.
Auch reaktive flüchtige Stoffe gehören zum Bindemittel, soweit
sie durch chemische Reaktion Bestandteil der Beschichtung werden (siehe
auch Lösemittel).
- Biolack
und Wortkombinationen mit Bio ... siehe Anmerkung zu Naturlack.
- Brillanz
ist ein Ausdruck für die besonderen Reflexionseigenschaften einer
hochglänzenden, schleierfreien Oberfläche.
- Buntton
(bisher Farbton) beschreibt die Art der Buntheit einer Farbe. Er wird
im täglichen Leben mit Wörtern wie rot, gelb, grün, blau,
violett usw. bezeichnet (aus: DIN Teil 1/03.79).
Anmerkung: Die Benennung Buntton wird vorwiegend in der Farbmetrik benutzt
(Einzelheiten siehe DIN 5033 Teil 1). Das Wort Farbton wird in der Praxis
häufig für Farbe, Färbung, farbiges Aussehen und nicht
im Sinne der hier für Buntton gegebenen Definition benutzt.
| C |
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- Cold-check-test
ist eine Benennung für verschiedenartige Hitze-Kälte-Prüfungen
mit schroffem Temperaturwechsel.
| D |
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- Dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung
ist eine Beschichtung, die bei Hitzeeinwirkung unter Aufschäumen
eine Dämmschicht ausbildet und so thermisch empfindliche Untergründe
wie z. B. Holzbaustoffe und Stahlbauteile eine begrenzte Zeit vor Schädigung
oder Zerstörung schützt.
- Deckanstrich
ist die Deckbeschichtung aus einem Anstrichstoff.
- Deckbeschichtung
besteht aus einer oder mehreren Schicht(en) für den jeweiligen
Anwendungszweck geeigneten und auf die darunter liegenden Schichten
abgestimmten Beschichtungsstoffen. Die Deckbeschichtung hat die Aufgabe,
die unter ihr liegenden Schichten zu schützen und dem Beschichtungssystem
die geforderten Oberflächeneigenschaften zu geben.
Anmerkung: Der Begriff Deckbeschichtung sagt nichts über das Deckvermögen
der Beschichtung aus. Die letzte Schicht des Beschichtungssystems wird
auch Schlussbeschichtung genannt.
- Deckvermögen
eines pigmentierten Stoffes ist sein Vermögen, die Farbe oder Farbunterschiede
des Untergrundes zu verdecken.
Anmerkung: Die Begriffe Deckkraft und Deckfähigkeit sollten vermieden
werden (aus: DIN 55 943/09.84).
- Dehnbarkeit
ist die Eigenschaft eines Körpers, unter der Einwirkung einer Kraft
seine Länge und/oder Form gegebenenfalls bis zum Bruch zu ändern
(siehe auch Elastizität). Unter Dehnbarkeit versteht man im eingeschränkten
Sinne auch das Vermögen einer Beschichtung, Formänderungen
des Untergrundes zu folgen.
- Dekontaminierbarkeit
ist die Eigenschaft einer Beschichtung, sich von einer Kontamination
ganz oder teilweise befreien zu lassen.
- Dicköl
ist der Oberbegriff für alle Öle von künstlich erhöhter
Viskosität. Dicköl umfasst sowohl Standöle als auch geblasene
Öle und die nach anderen chemischen Verfahren eingedeckten Öle.
- Dispersionsfarbe
(Siehe auch Anmerkung zu "Kunststoffdispersionsfarbe)
Dispersionsfarbe ist wohl die am häufigsten verwendete Wand- und
Deckenfarbe. Sie lässt sich mit Wasser verdünnen, trocknet
sehr schnell und ist dann nahezu geruchlose. Die Farbe lässt sich
im feuchten Zustand mühelos mit Wasser und Seife entfernen. Dispersionsfarbe
haftet auf fast allen Untergründen gut. Man sollte jedoch beachten,
dass sich beim Streichen von Tapeten mit dieser Art Farbe durch das
darin enthaltene Wasser die Tapeten eventuell von der Wand lösen
können. Also nicht zu dick auftragen. Dispersionsfarbe kann mit
fast jeder anderen Farbe überstrichen werden.
- Dispersionslackfarbe
ist ein Beschichtungsstoff auf der Grundlage einer wässrigen Kunststoffdispersion,
der eine Beschichtung mit dem Aussehen einer Lackierung ergibt.
Anmerkung: Im österreichischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck
Dispersionslackfarbe' nicht üblich.
- Durchhärtung oder Durchtrocknung
einer Beschichtung ist das Erreichen ihrer Gebrauchshärte in der
gesamten Schicht, wobei die Benennungen "Durchhärtung"
und "Durchtrocknung" sinngemäß für die Begriffe
Härtung und Trocknung verwendet werden.
- Durchschlagen
bei Beschichtungsstoffen bzw. Beschichtungen ist
- das Sichtbarwerden von Bestandteilen, die aus dem Untergrund oder
einer vorhandenen Beschichtung in die darüber liegende Schicht
einwandern.
- das Sichtbarwerden von Bestandteilen der Beschichtung auf der
Rückseite des Untergrundes (z. B. Papier).
| E |
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- Effektlackierung
ist eine Lackierung, bei der eine gewollte, visuell erfassbare Unregelmäßigkeit
gleichmäßig über die Oberfläche verteilt ist.
Anmerkung: Beispiele für Lacke, die Effektlackierungen ergeben,
sind Strukturlack, Tupflack, Noppenlack, Sprenkellack, Tröpfellack,
Narbeneffektlack, Spinwebenlack, Reißlack / Krakeleelack, Runzellack
(Kräusellack), Hammerschlaglack, Eisblumeneffektlack, Mehrfarbeneffektlack,
Metalliclack und Perlmuttlack.
- Einbrennen
ist eine übliche Benennung für ein Verfahren zur Wärmehärtung,
bei dem die Härtungsreaktion erst nach Überschreiten einer
bestimmten, für den jeweiligen Beschichtungsstoff spezifischen
Temperatur einsetzt.
- Einkomponenten-Reaktionslack
ist ein Reaktionslack, bei dem die chemische Reaktion, die zur Härtung
führt über physikalische und/oder chemische Einwirkungen erfolgt,
z.B. durch UV-Strahlung oder Luftfeuchtigkeit.
- Einlassmittel
ist ein Vorbehandlungsmittel, das in einen saugfähigen Untergrund
eindringt, dessen Saugfähigkeit verringert oder ganz aufhebt und
ihn unter Umständen verfestigt. Ein Einlassmittel kann auch mit
einem lmprägniermittel kombiniert sein.
Anmerkung: Im Sprachgebrauch wird ein Einlassmittel für mineralischen
Untergrund häufig auch Tiefgrund genannt.
- Elastizität
ist die Eigenschaft eines Körpers, unter der Einwirkung einer Kraft
seine Länge und/oder Form zu verändern und nach Beendigung
der Krafteinwirkung seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen.
Anmerkung: Auf dem Gebiet der Beschichtungsstoffe wird der Begriff Elastizität
oft fälschlicherweise anstelle des Begriffes Dehnbarkeit benutzt.
- Elektrostatisches Beschichten
(Lackieren) ist ein Verfahren zum Beschichten von Oberflächen in
einem Gleichstromhochspannungsfeld.
- Elektrotauchlackieren
ist das Beschichten durch Abscheiden eines Beschichtungsstoffes aus
einem wässrigen Tauchbad unter Stromfluss auf einem als Anode (ATL)
oder als Kathode (KTL) geschalteten Objekt.
- Ergiebigkeit
ist die Eigenschaft eines Beschichtungsstoffes, durch die ausgedrückt
wird, welche Fläche theoretisch mit einer Beschichtung mit einer
bestimmten Schichtdicke versehen werden kann (Angabe der Ergiebigkeit
in m²/kg oder m²/l mit zugehöriger Schichtdicke der getrockneten/gehärteten
Beschichtung in µm). Siehe auch den Unterschied zu Verbrauch.
Anmerkung: Die in der Praxis tatsächlich erforderliche Menge Beschichtungsstoff
kann aus der Ergiebigkeit allein nicht ermittelt werden. Der auch noch
angewendete Begriff "Ausgiebigkeit" sollte vermieden werden.
| F |
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- Farbe
ist ein durch das Auge vermittelter Sinneseindruck, also eine Gesichtsempfindung
(aus: DIN 5033 Teil 1\03.79).
Anmerkung: Im Sinne dieser Norm ist Farbe also nur ein über das
Auge vermittelter Sinneseindruck. Eine Farbe ist durch Buntton, Sättigung
und Helligkeit gekennzeichnet (siehe DIN 5033 Teil 1). Das Wort ,Farbe'
wird im täglichen Sprachgebrauch auch für Pigmente, Farbstoffe
und pigmentierte Beschichtungsstoffe gebraucht. Es soll aber für
sich allein nicht als Benennung für Stoffe benutzt werden. Siehe
z.B. Kunststoffdispersionsfarbe, Leimfarbe. Künstlerfarbe.
- Farblack
ist ein durch Fällen eines gelösten Farbstoffes mit einem
Fällungsmittel erzeugtes Pigment, das auch Substrat enthalten
kann (aus: DIN 55 943/09.84).
Anmerkung: Farblack ist also kein Lack im Sinne dieser Norm, sondern
ein Farbmittel. Beachte dagegen Lackfarbe. Im österreichischen
und schweizerischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck Farblack nicht
üblich.
- Farbmittel
ist der Oberbegriff für alle farbgebenden Substanzen (aus: DIN
55 943/09.84). Einteilung der Farbmittel siehe DIN 55 944 und DIN 55
949.
- Farbstich
einer nahezu weißen oder nahezu unbunten Probe ist der geringe
Anteil an bunt, durch den die Farbe einer Probe von ideal weiß
oder (ideal) unbunt abweicht (aus: DIN 55 980/05.79).
- Farbstoff
ist ein im Anwendungsmedium lösliches Farbmittel (aus: DIN 55
943/09.84)
- Farbton
siehe "Buntton"
- Farbzahl
ist ein unter festgelegten Bedingungen ermittelter Kennwert für
die Farbe von transparenten Substanzen, der durch optischen Vergleich
festgestellt wird (siehe auch Platin-Cobalt-Farbzahl, Jodfarbzahl).
- Fertigungsbeschichtung
(Shop Primer) ist eine Beschichtung, welche die Aufgabe hat, Stahlteile
während Transport, Lagerung und Bearbeitung im Fertigungsbetrieb
nach entsprechender Oberflächenvorbereitung zeitlich begrenzt vor
Korrosion zu schützen.
- Feste Farbe (Nichttropfende bzw. tropfgehemmte
Farbe)
Wie der Name schon sagt, ist diese Art Farbe von sehr dickflüssiger
bzw. gallertartiger Konsistenz. Feste Farbe
tropft nicht vom Pinsel oder der Rolle und spritzt daher auch nicht
bei der Verarbeitung. Daher ist sie besonders für das Streichen
von Decken geeignet. Diese Farben sollten vor der Verarbeitung weder
gerührt noch geschüttelt werden. Die Verwendung von speziellen
Farbrollern wird empfohlen.
Neben den oben angeführten "Farbsorten" gibt es natürlich
noch eine ganze Reihe anderer Anstrichmittel, wie z. B. Metallfarben,
feuerhemmende Farben, "flüssige Rauhfaser" usw., die
wir an dieser Stelle jedoch nicht alle beschreiben können. Natürlich
ist es ferner möglich, alle Arten von weißer Farbe nach Belieben
abzutönen. Abtönfarben gibt es in allen Nuancen, so dass jeder
seine Farbwünsche in die Tat umsetzen kann. Wer Bedenken hat, den
richtigen Farbton auf Anhieb zu treffen, findet in den meisten Heimwerkermärkten
bereits fertig abgetönte Farben, die sofort verarbeitet werden
können.
- Festkörper
siehe "nichtflüchtiger Anteil".
- Filiformkorrosion
ist die Benennung für eine Korrosionserscheinung, die als Korrosionsform
eines örtlichen Angriffs mit fadenförmiger Ausbildung vorzugsweise
an Stahloberflächen meist unter dünnen Beschichtungen auftritt.
Siehe auch DIN ISO 4623 und DIN 50 900 Teil 1/04.82, fadenförmige
Angriffsforrn.
- Film
siehe Beschichtung, Anstrich, Lackierung.
- Filmbildner
ist derjenige Bestandteil des Bindemittels, der für das Zustandekommen
des Films wesentlich ist. Man unterscheidet selbständige und nichtselbständige
Filmbildner. Selbständige Filmbildner sind solche, die allein,
d. h. ohne Zusatz weiterer Substanzen, mit oder ohne Lufteinfluss (Sauerstoff
und/oder Wasser) einen Film zu bilden vermögen. Nichtselbständige
Filmbildner sind solche, die nur in geeigneten Gemischen einen Film
zu bilden vermögen.
Anmerkung: Man muss zwischen Filmbildner und Filmbestandteil unterscheiden.
Zum Beispiel sind Pigmente und Füllstoffe Filmbestandteile, aber
keine Filmbildner.
- Filmbildung
ist der Übergang eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes vom
flüssigen in den festen Zustand. Die Filmbildung erfolgt durch
Trocknung oder Härtung. Beide Vorgänge können gleichzeitig
oder nacheinander ablaufen. Ist bei der Filmbildung Härtung beteiligt,
heißt der ganze Vorgang Härtung.
- Filmfehler
sind Störungen an und in der Beschichtung. die meist nach ihrer
Form oder ihrem Aussehen benannt werden.
Anmerkung: Zur Kennzeichnung der Filmfehler werden Begriffe wie Krater,
Gardinen, Läufer, Nadelstiche benutzt, wenn der Film ein Aussehen
hat, wie es diese Begriffe andeuten. Siehe auch Kochblasen (Kocher).
- Firnis
ist ein Sammelname für nichtpigmentierte Anstrichstoffe, die aus
nichteingedickten Ölen oder Harzlösungen oder Mischungen dieser
Stoffe bestehen. Im Einzelfall muss deshalb die Benennung "Firnis"
zusammen mit kennzeichnenden Wortzusätzen (z.B. Leinölfirnis,
Harzfirnis) gebraucht werden.
Kennzeichnend für Firnis ist seine gute Trocknungsfähigkeit.
Im allgemeinen wird unter Firnis ein Öl verstanden, dessen Trocknungsfähigkeit
durch Zugabe von Trockenstoffen wesentlich erhöht ist.
- Flammpunkt
ist die unter festgelegten Prüfbedingungen ermittelte niedrigste
Temperatur, bei der sich aus einer Flüssigkeit Dämpfe in solcher
Menge entwickeln, dass sie mit der über dem Flüssigkeitsspiegel
stehenden Luft ein entflammbares Gemisch ergeben (Siehe auch Abschnitt
3: "Weitere Begriffe in anderen Normen".).
- Flüssiglack
siehe "Lack".
- Forcierte Trocknung
ist eine durch Wärmezufuhr beschleunigte Trocknung eines aufgetragenen
Beschichtungsstoffes.
- Füllstoff
ist eine aus Teilchen bestehende, im Anwendungsmedium praktisch unlösliche
Substanz, die zur Vergrößerung des Volumens, zur Erzielung
oder Verbesserung technischer Eigenschaften und/oder Beeinflussung optischer
Eigenschaften verwendet wird.
Anmerkung: Die Benennung Extender sollte vermieden werden. Die Benennungen
Extenderpigment und Pigmentextender sind falsch (aus: DIN 55 943/
09.84).
- Füllvermögen
eines Beschichtungsstoffes ist sein Vermögen, die Unebenheiten
des Untergrundes auszugleichen.
| G |
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- Gardinen
siehe "Filmfehler".
- Glanz
ist ein Sinneseindruck, bewirkt durch die mehr oder weniger gerichtete
Reflexion von Lichtstrahlen an einer Oberfläche.
Anmerkung: Beispiele für Glanzstufen sind hochglänzend. glänzend,
seidenglänzend, halbmatt, matt und stumpfmatt (siehe auch DIN 53230).
Unter bestimmten Bedingungen kann zur Beurteilung des Glanzes der Reflektometerwert
nach DIN 67 530 herangezogen werden.
- Grundanstrich
ist die Grundbeschichtung aus einem Anstrichstoff.
- Grundbeschichtung
(Grundierung) ist eine auf den Untergrund aufgebrachte Beschichtung,
die aus einer oder mehreren Schichten bestehen kann, und zur Verbindung
zwischen dem Untergrund und weiteren Schichten dient. Sie kann auch
noch besondere Aufgaben wie Korrosionsschutz usw. erfüllen (siehe
z. B. DIN 55 928 Teil 5).
- Grundierung
siehe "Grundbeschichtung".
| H |
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- Härte
ist die mechanische Eigenschaft der Beschichtung, die sich in dem Widerstand
äußert, den die Beschichtung einer mechanischen Einwirkung
entgegensetzt. Einwirkungen dieser Art können z.B. Druck, Reiben
und Ritzen sein. Da die Härte einen komplexen Kennwert darstellt,
ist die Benennung Härte stets im Zusammenhang mit dem angewendeten
Prüfverfahren zu verwenden, z. B. Ritzhärte, Eindruckhärte.
- Härter
ist ein Stoff (oder Stoffgemisch), der (das) die Härtung bewirkt.
- Unter Härtung
wird im allgemeinen die meist engmaschige Vernetzung von Harzen verstanden.
Härtung von Beschichtungsstoffen ist der Übergang aus dem
flüssigen in den festen Zustand unter Molekülvergrößerung
durch chemische Reaktionen.
Anmerkung: Im heutigen Sprachgebrauch wird statt der korrekten Benennung
oxidative Härtung noch vielfach der Ausdruck oxidative Trocknung
angewendet.
- Härtungszeit
ist die Zeitspanne zwischen dem Auftragen eines flüssigen Beschichtungsstoffes
und dem Erreichen eines bestimmten Zustandes während der Filmbildung
durch Härtung.
- Haftfestigkeit
ist ein Maß für den Widerstand einer Beschichtung gegen
ihre mechanische Trennung vom Untergrund.
- Harz
siehe DIN 55 958
- Heizkörperlack
Nitrozellulose- oder Nitrolacke (Kurzform: NC-Lacke) werden überwiegend
beim Möbelbau eingesetzt, z. B. wenn Innenflächen von Schränken
oder Türen lackiert werden sollen. Heizkörperlacke werden
solche Kunstharz-(Alkyd-) Lacke genannt, die bis zu 120° C vergilbungsbeständig
sind und schnell wechselnde Temperaturen aushalten, ohne weich zu werden
oder abzuplatzen. Ofenrohre dürfen nicht mit Heizkörperfarbe
gestrichen werden, weil die Lackschicht durch die wesentlich höheren
Temperaturen zerstört werden würde. Wenn Sie Ihre Ofenrohre
behandeln wollen, nehmen Sie dafür Silber- oder Goldbronze oder
speziellen Ofenrohrlack.
- "High Solid"-Lack
ist ein Lack mit einem hohen Gehalt an nichtflüchtigen Anteilen.
- Hilfsstoff
siehe "Additiv".
- Hochziehen
ist Runzel- und/oder Rissbildung infolge Quellung einer Beschichtung,
hervorgerufen durch Lösemittel, z.B. aus einer weiteren Schicht
oder aus einem Abbeizmittel.
| I |
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- lmprägniermittel
ist eine bindemittelhaltige, niedrigviskose, kapillaraktive Flüssigkeit
ohne Pigmente und Füllstoffe zum Tränken saugfähiger
Untergründe (z. B. Holz, Gewebe, Putz, Beton) um diese zu neutralisieren
oder gegen schädliche Einflüsse (z. B. durch Insekten, Pilzbefall),
gegen leichtes Entflammen oder Einwirken von Wasser zu schützen.
Siehe auch "Einlassmittel".
- Innenanstrich
ist ein Anstrich, der bestimmungsgemäß nicht der Witterung
ausgesetzt ist. Siehe auch Außenanstrich.
| K |
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- Kalkfarbe
ist eine wässrige Aufschlämmung von gelöschtem Kalk,
dem gegebenenfalls Pigmente und/oder geringe Mengen anderer Bindemittel
zugefügt sind.
Anmerkung: Der gelöschte Kalk ist gleichzeitig Bindemittel und
Pigment.
- Kantenflucht
ist eine Benennung für eine Verringerung der Schichtdicke der Beschichtung
an Kanten.
- Katalysator
ist ein Stoff, der ohne Veränderung des chemischen Gleichgewichtes
eine chemische Reaktion beschleunigt und der nach der Reaktion unverändert
vorliegt. Anmerkung: Die Benennung Katalysator wird fälschlicherweise
auch für Beschleuniger angewendet, die nach der Reaktion nicht
unverändert vorliegen.
- Klarlack
ist ein Lack ohne Deckvermögen, der seine Farbe nur der Eigenschaft
des Bindemittels verdankt.
- Kochblasen
(Kocher) sind Filmfehler, bestehend aus Blasen unterschiedlichen Durchmessers,
die bei der Filmbildung, vorzugsweise in der Wärme, entstehen.
- Kocher
siehe "Kochblasen".
- Kontamination
ist eine durch radioaktive Stoffe verursachte Verunreinigung (aus: DIN
25 415 Teil 1 /08.88).
Anmerkung: Der Begriff wird im Anwendungsbereich dieser Norm auch allgemeiner
benutzt. Im Einzelfall muss deshalb die Art der Verunreinigung besonders
angegeben werden.
- Körnigkeit
siehe "Mahlfeinheit"
- Korrosionsschutz
ist die Summe der Maßnahmen, um Metalle, Kunststoffe, Beton und
andere Werkstoffe vor der Zerstörung durch chemische und/oder physikalische
Angriffe (z. B. aggressive Medien, Witterung) zu schützen. Siehe
auch DIN 50 900 Teil 1 und DIN 55 928 Teil 1.
- Krater
siehe "Filmfehler".
- Kräuseln
ist das Bilden feiner Falten in einer Beschichtung.
- Kreiden
ist das Ablösen von Pigmenten und Füllstoffen, die infolge
des Abbaus des Bindemittels an der Oberfläche einer Beschichtung
freigelegt werden.
- Kreidungsgrad
ist ein Maß für ein an einer Beschichtung aufgetretenes Kreiden
nach Menge der freigelegten Pigmentteilchen (aus: DIN 53159/09.77 und
DIN 53 223/ 12.73).
- Kunstharz
siehe DIN 55 958
- Kunstharzlack
ist ein Lack, der Kunstharze als Bindemittel enthält.
Anmerkung: Da es sehr unterschiedliche Kunstharze gibt, ist der Begriff
Kunstharzlack hinsichtlich der Eigenschaften nicht eindeutig. Man sollte
ihn daher vermeiden und spezifischere Begriffe verwenden, z. B. Alkydharzlack.
Kunstharzlack ist der am häufigsten verwendete Lack, in der Regel
handelt es sich dabei um Alkydharzlacke, die meistens mit einem Öl
(z. B. Leinöl, Tungöl, Rizinusöl usw.) "modifiziert"
sind. Ihre spezifischen Eigenschaften: Bedingt resistent gegen chemische
Einflüsse, wetter-, stoß-, schlagfest und elastisch. Kunstharzlacke
gibt es farbig, klar, matt oder hochglänzend.
- Kunstharzputze
sind Beschichtungen mit putzartigem Aussehen, für die Anforderungen
in DIN 18 558 festgelegt sind.
- Kunststoffdispersion
ist eine feine Verteilung von Polymeren oder Kunstharzen in einer Flüssigkeit,
meist Wasser.
Anmerkung: Eine Kunststoffdispersion liegt in handelsüblicher Form
als stabiles, kolloidales System von meist milchigem Aussehen vor. Sie
kann auch Kunststofflatex genannt werden. Wenn nicht von Kunststoffdispersion
als Sammelbegriff gesprochen wird, sollte die chemische Bezeichnung
oder der Handelsname benutzt werden, wobei die chemische Bezeichnung
vorzuziehen ist. Bei Copolymerisaten ist die Komponente, die den überwiegenden
Anteil stellt, an erster Stelle zu nennen.
- Kunstoff-Dispersionsfarbe
ist ein aus Kunststoffdispersionen, Pigmenten und Füllstoffen
hergestellter Beschichtungsstoff.
Anmerkung: Kunststoffdispersionsfarben werden auch Kunststofflatexfarben
genannt. Im täglichen Sprachgebrauch wird anstelle der Benennung
Kunststoffdispersionsfarbe auch die Benennung Dispersionsfarbe verwendet.
| L |
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- Läufer
siehe "Filmfehler".
- Lack
ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Beschichtungsstoffen
auf der Basis organischer Bindemittel. Er nimmt unter den Beschichtungsstoffen
eine Sonderstellung ein. Je nach Art der organischen Bindemittel können
Lacke organische Lösemittel und/oder Wasser enthalten oder auch
davon frei sein. Gegebenenfalls enthalten sie Pigmente, Füllstoffe
und sonstige Zusätze. Pulverlacke sind lösemittelfrei. Aus
Lacken werden Lackierungen hergestellt, welche die Aufgabe haben, die
Oberfläche von z. B. Holz, Metall, Kunststoff, mineralische Untergründe
gegen die Beanspruchung durch Witterungseinflüsse, Chemikalien
oder mechanische Belastungen zu schützen. Es können Lackierungen
mit sehr unterschiedlichem Aussehen erzielt werden.
Lacke, die nach dem Bindemittel benannt sind, müssen soviel von
dem Bindemittel enthalten, dass dessen charakteristische Eigenschaften
im Lack und in der Lackierung vorhanden sind.
Lacke werden nach unterschiedlichen Kriterien näher gekennzeichnet,
z. B:
- nach der Art der Zusammensetzung:
- nach dem Bindermittel: Alkydharzlack, Dispersionslackfarbe,
Epoxidharzlack, Polyurethanlack, Acrylharzlack, Nitrocelluloselack
usw.
- nach dem Lösemittel: Spirituslack, Wasserlack, usw.
- nach der Art der Beschaffenheit: Pulverlack, High Solid-Lack,
thixotroper Lack, usw.
- nach der Art des Auftragsverfahrens: Spritzlack, Tauchlack, Flutlack,
Gießlack, usw.
- nach der Art der Filmbildung: Einbrennlack, Zweikomponenten-Reaktionslack
usw.
- nach dem Glanzgrad der Lackierung: Hochglanzlack, Seidenglanzlack,
Mattlack, usw.
- nach der Art des Effektes der Lackierung: siehe "Effektlackierung".
- nach der Art der Anwendung im Beschichtungsaufbau (Anstrichaufbau):
Vorlack, Decklack, Einschichtlack usw.
- nach der Art des Untergrundes: Holzlack, Blechlack, Papierlack,
Lederlack, usw.
- nach der Art des zu beschichtenden Objektes: Fensterlack, Bootslack,
Möbellack, Autolack, Emballagenlack, Coil-Coating-Lack, usw.
Soll zwischen flüssigen Lacken und Pulverlacken unterschieden
werden, so ist die Benennung "Flüssiglack" zu verwenden.
Der Ausdruck "Nasslack" ist zu vermeiden. Lack ist eine
historisch gewachsene Bezeichnung für eine Vielzahl von Beschichtungsstoffen
und Beschichtungen, die eine logische Abgrenzung zu anderen Beschichtungsstoffen
und Beschichtungen nicht in allen Fällen zulässt. Nicht
unter den Begriff Lack fallen z.B. Kunststoffdispersionsfarben, Dispersions-Silicatfarben
und Leimfarben.
- Lackfarbe
ist eine meist im Handwerk noch gebräuchliche Benennung für
einen pigmentierten Lack.
Anmerkung: Das Wort Lackfarbe wird in ähnlichen Wortzusammensetzungen
für verschiedenartige Erzeugnisse der Lackindustrie benutzt wie
das Wort "Lack"'. Siehe die entsprechende Unterteilung unter
."Lack". Im österreichischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck
"Lackfarbe" nicht üblich.
- Lackierung
ist eine Beschichtung, die aus Lack hergestellt ist. Hat der Lack
eine zusammenhängende Schicht gebildet, so spricht man auch von
einem Lackfilm (nass oder trocken).
- Lasur
im Sinne dieser Norm ist ein Beschichtungsstoff für Holz oder
mineralische Untergründe, der eine transparente Beschichtung ergibt.
Für Holz wird unterschieden zwischen Imprägnierlasuren mit
niedrigem nichtflüchtigem Anteil (Dünnschichtlasuren), die
meist biozid ausgerüstet sind und Lacklasuren, die Filme mit höheren
Schichtdicken bilden (Dickschichtlasuren).
Anmerkung: Im Sprachgebrauch wird die Benennung Lasur ebenfalls für
die fertige Beschichtung verwendet.
- Leimfarbe
ist ein Anstrichstoff mit Leim als wasserlöslichem Bindemittel,
der seine Löslichkeit in Wasser nach dem Trocknen nicht verliert.
Der Anstrich bleibt also empfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit
und kann durch Abwaschen entfernt werden.
Anmerkung: "Unlöslich auftrocknende Kaseinfarben" sind
im Sinne dieser Definition keine "Leimfarben".
Nach DIN 16 920/06.81 ist Leim wie folgt definiert: "Klebstoff,
bestehend aus tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Grundstoffen
und Wasser als Lösungsmittel".
- Leinölfirnis
ist Leinöl, dem Trockenstoffe oder ihre Grundlagen bei höherer
Temperatur zugesetzt worden sind (aus: DIN 55 932/04.71).
Anmerkung: Leinölfirnis muss ausdrücklich als solcher benannt
werden. Siehe Firnis.
- Lösemittel
ist eine aus einer oder mehreren Komponenten bestehende Flüssigkeit,
die andere Stoffe lösen, kann ohne mit ihnen chemisch zu reagieren.
Lösemittel müssen unter den jeweiligen Bedingungen der Filmbildung
flüchtig sein. Siehe auch "Reaktives Lösemittel",
"Verdünnungsmittel" und "Verschnittmittel für
Lösemittel". Sie sind u. a. in Klebstoffen, Lacken und Anstrichfarben,
Textil- und Haushaltspflegemitteln, Reinigungs- und Abbeizmitteln enthalten.
Die meisten Lösungsmittel sind gesundheitsschädlich. Benzol
wirkt krebserregend, ebenso vermutlich Tetrachlorkohlenstoff und Chloroform.
Toluol und Xylol verursachen beim Einatmen Kopfschmerzen, Müdigkeit,
Schwindelgefühl, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen.
Chlorierte Kohlenwasserstoffe können Nerven- und Gehirnzellen angreifen.
Alkohole und Ketone reizen Augen und Schleimhäute. Ketone und Ester
wirken narkotisierend. Beim Einkauf sollte man auf lösemittelfreie
oder lösemittelarme Produkte, die das Umweltzeichen tragen, zurückgreifen.
Farben, Lacke, Lösemittel etc. gehören nicht in den Hausmüll.
Sie müssen sachgemäß entsorgt werden. Kleine Mengen
nehmen die Recyclinghöfe entgegen.
- Lösemittelarmer Beschichtungsstoff
ist ein Beschichtungsstoff, dessen Gehalt an organischen Lösemitteln
auf das nach dem jeweiligen Stand der Technik mögliche Minimum
herabgesetzt ist.
- Lösungsmittel
siehe "Lösemittel"
- Lösemittel, reaktives
siehe "Reaktives Lösemittel"
- Lufttrocknung
ist die Trocknung eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes ohne zusätzliche
Wärmezufuhr.
| M |
 |
- Mahlfeinheit
ist eine Benennung, die sich auf die flächige oder räumliche
Ausdehnung der größten Feststoffteilchen in einem Mahlansatz
oder Beschichtungsstoff bezieht.
- Mehrkomponenten-Reaktionslack
siehe Zwei- oder Mehrkomponenten-Reaktionslack
| N |
 |
- Nachfallen
ist das Wiedersichtbarwerden von zunächst durch die Beschichtung
überdeckten Unebenheiten des Untergrundes.
- Nadelstiche
siehe "Filmfehler".
- Nassschichtdicke
ist die Schichtdicke des flüssigen Beschichtungsstoffes unmittelbar
nach dem Auftragen.
Anmerkung: Der Begriff sollte nur in diesem Sinne verwendet werden.
- Naturharz
siehe DIN 55 958
- Naturharzlack
ist ein Lack, der Naturharze als Bindemittel enthält.
Anmerkung: Da es sehr unterschiedliche Naturharze gibt, ist der Begriff
Naturharzlack hinsichtlich der Eigenschaften nicht eindeutig. Man sollte
ihn daher vermeiden und spezifischere Begriffe verwenden, z.B. Kolophoniumlack,
Naturharzlacke sind nicht identisch mit Naturlacken.
- Naturlacke
sind Beschichtungsstoffe aus in der Natur entstandenen oder entstehenden
Komponenten, die nachträglich weder chemisch modifiziert noch in
ihrer natürlichen Struktur verändert worden sind und die keine
künstlich hergestellten Komponenten und/oder Zusatzstoffe (Additive)
enthalten.
Anmerkung: Naturlacke können - wie andere Lacke auch - Stoffe enthalten,
die gesundheitsgefährdend sind. Die Bezeichnung Biolacke für
Beschichtungsstoffe ist falsch und irreführend, also auch als Bezeichnung
für Naturlacke. Solche Beschichtungsstoffe können der belebten
Natur nicht zugeordnet werden.
- Nichtflüchtiger Anteil
ist der Massenanteil eines Beschichtungsstoffes, der unter festgelegten
Bedingungen als Rückstand verbleibt.
Anmerkung: Anstelle der Benennung "Nichtflüchtiger Anteil"
werden im bisherigen Sprachgebrauch verschiedene Ausdrücke wie
Festkörper, Trockenrückstand, Trockengehalt, Festgehalt, Einbrennrückstand
benutzt. Die Benennung "Nichtflüchtiger Anteil" (nfA)
soll anstelle dieser Ausdrucke verwendet werden.
- Nitrokombinationslack
ist ein Lack, der neben Salpetersäureestern der Cellulose noch
wesentliche Mengen anderer Bindemittel enthält.
| O |
 |
- Ölfarbe
ist eine Anstrichfarbe, deren Bindemittel mit oder ohne Zusatz von
Trockenstoffen besteht: entweder aus nicht eingedecktem, trocknendem,
pflanzlichem Öl mit oder ohne Zusatz von Standöl, oder aus
schwach eingedicktem, trocknendem, pflanzlichem Öl. Wenn keine
anderen Angaben zu "Ölfarbe"' gemacht werden, ist unter
pflanzlichem Öl Leinöl zu verstehen. Werden andere als die
obengenannten Öle als Bindemittel verwendet oder mitverwendet,
so müssen diese in der Benennung zum Ausdruck kommen, z. B. bei
faktisierten Ölen.
- Öllack
ist ein Lack, der als wichtigsten Bestandteil eingedickte trocknende
Öle enthält, mit oder ohne Zusatz von Harzen.
- Orangenschaleneffekt
ist eine Benennung für das entsprechende Aussehen einer getrockneten
bzw. gehärteten Beschichtung. Der Orangenschaleneffekt kann sowohl
als Filmfehler als auch als beabsichtigter Effekt ("Strukturlack")
auftreten.
| P |
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- Phenolharz
siehe DIN 55 958
- Pigment
ist eine aus Teilchen bestehende, im Anwendungsmedium praktisch unlösliche
Substanz, die als Farbmittel oder wegen ihrer korrosionshemmenden oder
magnetischen Eigenschaften verwendet wird.
Anmerkung: Pigmente können nach ihrer chemischen Zusammensetzung,
ihren optischen oder technischen Eigenschaften näher beschrieben
werden, z. B. Chromatpigment, Azopigment, Titandioxid-Pigment, Buntpigment,
Weißpigment, Metalleffektpigment, Korrosionsschutzpigment, Magnetpigment.
Einteilung der Pigmente siehe DIN 55 944 und DIN 55 949 (aus: DIN 55
943/09.84).
- Pilzbefall
ist das Auftreten von Pilzbewuchs. Man unterscheidet Primärbefall,
bei dem sich die Pilze von lnhaltsstoffen der Materialien ernähren,
wodurch z.B.: die Oberflächen (Beschichtung) geschädigt und
gegebenenfalls zerstört wird, und Sekundärbefall, bei dem
sich die Pilze auf einem Belag von Staub und Schmutz bilden, jedoch
die Beschichtung nicht schädigen.
- Polyester
ist ein Polymer, dessen Struktureinheiten Estergruppen in der Kette
enthalten.
Anmerkung: Je nach Aufbau unterscheidet man zwischen gesättigten
und ungesättigten, linearen und verzweigten oder modifizierten
Polyestern. Sind für bestimmte Gruppen von Polyestern spezielle
Benennungen gebräuchlich, so sollten diese angewendet werden (z.
B. Polyesterharz, ungesättigtes Polyesterharz, Alkydharz).
- Polyesterharz
siehe DIN 55 958
- Polyesterlack (PEL-Lack)
Eine Lösung aus ungesättigtem Polyester, die mit Härter
reagiert. Beide Teile werden kurz vor der Verarbeitung gemischt. Die
Tropfzeit ist äußerst kurz. Tragen Sie diesen Lack entweder
im Gieß- oder im Spritzverfahren auf. Wichtig: Die Raumtemperatur
sollte zwischen 20 und 24° C liegen. Lack- und Holzoberflächen
sollten außerdem die gleiche Temperatur haben. Auf die Grundierung
können Sie bei diesem Lack verzichten. Achtung: Manche Hölzer
vertragen sich nicht mit Polyesterlack. Ihre Inhaltsstoffe zerstören
den Lack. In diesem Fall ist eine zweimalige Grundierung mit Polyurethanlack
notwendig. Da PEL-Lack die Holzporen füllt, ähnelt er fast
einer Kunststoffbeschichtung. Der durchgehärtete Lack ist nicht
wieder löslich, sehr abriebfest und widerstandsfähig. Beachten
Sie unbedingt bei der Verarbeitung von PEL-Lacken: Polyesterlacke können
die Gesundheit schädigen, wenn sie auf die Schleimhäute oder
ihre Dämpfe in die Atmungsorgane geraten. Sorgen Sie deshalb bei
Lackierungsarbeiten immer für ausreichende Entlüftung oder
entsprechende Absaugung. Wenn Härter auf die Haut gerät, muss
er sofort mit Wasser und Seife entfernt werden. Härter, die ins
Auge gelangen, können eine Beeinträchtigung der Sehkraft bis
hin zum Verlust bedeuten.
- Polyurethanlack (PUR-Lack, DD-Lack)
Reaktionslacke und bestehen aus zwei Komponenten, die kurz vor ihrer
Verarbeitung in einem bestimmten Verhältnis miteinander gemischt
werden. Wenn die beiden Lösungen einmal zusammengeschüttet
worden sind, muss der Lack innerhalb weniger Stunden gänzlich verarbeitet
werden, ehe er durchhärtet. 50 %iger PUR-Lack gilt als ausgezeichnete
Grundierung. Sie sollten ihn jedoch nur mit einer Spezialverdünnung
verdünnen. Polyurethanlack können Sie überall da einsetzen,
wo es auf besondere Härte, Abrieb-, Wasser- und Chemikalienfestigkeit
ankommt. Bei normaler Beanspruchung sollten Sie dagegen bis zu drei
Schichten auftragen. PUR-Lacke sind nicht wasserdampfdurchlässig;
sie eignen sich nicht für den Außenbereich.
- Porenfüller
ist ein mit Füllstoffen und/oder Farbmitteln versetztes Mittel,
das zum Füllen von Holzporen vor dem Lackieren dient.
- Primer
ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Grundbeschichtung. Beachte
jedoch Wash Primer und Fertigungsbeschichtung (Shop Primer).
- Pulverlack
ist Beschichtungspulver, das nach dem Auftragen und Aufschmelzen auf
dem Untergrund eine Lackierung ergibt.
| Q |
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- Quellung
ist Volumenvergrößerung, bedingt durch Aufnahme von Flüssigkeiten,
Dämpfen oder Gasen in die Beschichtung. Die Volumenvergrößerung
braucht nicht immer makroskopisch wahrnehmbar sein.
| R |
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- Reaktionslack
ist ein Lack, der durch chemische Reaktion bereits bei Raumtemperatur
härtet. Man unterscheidet Einkomponenten-Reaktionslacke und Zwei-
oder Mehrkomponenten-Reaktionslacke.
Anmerkung: Oxidativ härtende Lacke werden nicht zu den Reaktionslacken
gerechnet.
- Reaktives Lösemittel
ist ein Lösemittel, das bei der Filmbildung durch chemische Reaktion
Bestandteil des Bindemittels' wird und dadurch seine Eigenschaft als
Lösemittel verliert.
- Reaktives Verdünnungsmittel
ist ein Verdünnungsmittel, das bei der Filmbildung durch chemische
Reaktion Bestandteil des Bindemittels wird und dadurch seine Eigenschaft
als Verdünnungsmittel verliert.
- Reste
Beseitigung siehe "Abfallbeseitigung".
- Rostgrad
kennzeichnet den Anteil der von Rost durchbrochenen Fläche eines
Anstriches (aus DIN 53 210/02.78).
- Runzeln
siehe "Kräuseln".
| S |
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- Schleier
im Sinne dieser Norm ist eine nicht durch äußere Einflüsse
hervorgerufene Trübung, die während oder nach der Filmbildung
sichtbar wird. Siehe auch "Anlaufen".
- Schlussanstrich
siehe "Deckanstrich".
- Schlussbeschichtung
siehe "Deckbeschichtung".
- Shop Primer
siehe "Fertigungsbeschichtung".
- Sikkativ
siehe "Trockenstoff".
- Spachtelmasse
ist ein pigmentierter hoch gefüllter Beschichtungsstoff, vorwiegend
zum Ausgleich von Unebenheiten des Untergrundes. Die Spachtelmasse kann
zieh-, streich- oder spritzbar eingestellt werden. Man kann die Spachtelmassen
unterscheiden nach dem Auftragsverfahren, nach dem Bindemittel und
nach dem Verwendungszweck.
- Spirituslack
ist ein Lack, dessen Lösemittel im wesentlichen aus Ethanol besteht.
- Standöl
ist ein nur durch Erhitzen eingedicktes, trocknendes Öl.
Anmerkung: Wird von Leinöl-Standöl, Holzöl-Standöl,
Rizinenöl-Standöl. Sojaöl-Standöl und dergleichen
gesprochen, so darf es nur aus dem genannten Standöl bestehen.
Als Mischstandöle gelten solche, die aus mehreren Ölarten
hergestellt sind, z. B. Leinöl-Holzöl-Standöl 80 : 20.
Der Begriff trocknendes Öl ist nicht an einen Mindestwert der Godzahl
gebunden, umfasst also auch die sogenannten halbtrocknenden Öle,
soweit sie sich zum Herstellen von Standöl eignen.
- Strahlenhärtung
ist eine Härtung, bei der die Molekülvergrößerung
durch energiereiche Strahlung, z. B. UV- oder Elektronenstrahlung, bewirkt
wird.
- Strahlenvernetzung
siehe "Vernetzung".
- Strukturdispersionsfarbe
Strukturdispersionsfarbe wird in allen möglichen Variationen im
Handel angeboten. Sie bildet eine dicke Farbschicht, die dann z. B.
mit einer speziellen Walze, dem Spachtel, einem Pinsel oder einer Bürste
strukturiert werden kann. Der eigenen Phantasie sind dabei keine Grenzen
gesetzt. Die "Struktur" in dieser Art Farbe wird durch den
Zusatz von Glimmersand oder pulverisiertem Gestein erreicht. Ein Nachteil
des Anstrichs mit Strukturdispersion ist, dass das nachträgliche
Überstreichen recht schwierig ist und der Farbverbrauch um ca.
25 % höher liegt als bei einer entsprechenden glatten Fläche.
- Substrat
- ist ein unlöslicher, meist unbunter Stoff, der am Aufbau
bestimmter Farblacke beteiligt ist (z. B. Tonerdehydrat im Krapplack)
oder
- eine Benennung, die synonym für Untergrund verwendet wird
(aus: DIN 55 943/09.84).
| T |
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- Tiefgrund
siehe "Einlassmittel".
- Topfzeit (Verarbeitungszeit)
ist die maximale Zeitspanne, innerhalb derer ein in getrennten Bestandteilen
gelieferter Beschichtungsstoff nach dem Vermischen zu verarbeiten ist.
- Transparentlack
ist ein Lack ohne Deckvermögen, der seine Farbe dem Zusatz von
Farbstoffen oder lasierenden Pigmenten verdankt.
- Trockenstoff
ist zumeist ein in organischen Lösemitteln und Bindemitteln lösliches
Metallsalz einer organischen Säure, das oxidativ trocknenden Erzeugnissen
zugesetzt wird, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen (aus: DIN
55 901/ 03.88).
- Trocknung
eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes ist der Übergang vom
flüssigen in den festen Zustand unter Abgabe von Lösemitteln
(physikalische Trocknung) und/ oder unter Aufnahme von Sauerstoff (oxidative
Trocknung).
Anmerkung: Die oxidative Trocknung sollte korrekt als oxidative Härtung
bezeichnet werden.
- Trocknungszeit
ist die Zeitspanne zwischen dem Auftragen eines flüssigen Beschichtungsstoffes
und dem Erreichen eines bestimmten Zustandes während der Filmbildung
durch Trocknung.
Anmerkung: Bestimmte Zustände sind z. B. staubtrocken, klebfrei,
griffest, montagefest, stapelfest.
| U |
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- Überarbeitbarkeit
bezeichnet die Eigenschaft, auf eine Beschichtung eine oder mehrere
weitere Schichten aufbringen zu können, ohne dass sich schädigende
Wechselwirkungen zwischen den Schichten ergeben. Die Überarbeitbarkeit
bezieht sich nicht auf eine Beschichtung allein, sondern auf das ganze
Beschichtungssystem. Der Begriff Überarbeitbarkeit kann sinngemäß
auf bestimmte Auftragsverfahren (z.B. Lackieren, Spritzen, Streichen)
übertragen werden.
- Überlackierbarkeit
siehe "Überarbeitbarkeit".
- Überspritzbarkeit
siehe "Überarbeitbarkeit".
- Überstreichbarkeit
siehe "Überarbeitbarkeit".
- Umgriff
charakterisiert die Möglichkeit, während eines Auftrages in
einem elektrischen Feld Flächen zu beschichten, die sich in einem
durch die Form oder Lage des zu beschichtenden Gegenstandes abgeschwächten
elektrischen Feld befinden (z.B. Hohlkörper oder von der Gegenelektrode
abgekehrte Seiten und anderes).
- Umweltschutz
"Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk
der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen
Fürsorge jedes einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut.
Mit Naturgütern ist schonend und sparsam umzugehen. Es gehört
auch zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften
des öffentlichen Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche
Lebensgrundlagen zu schützen, ..." (Auszug aus Art. 141 der
Bayerischen Verfassung)
- Ungesättigtes Polyesterharz
siehe DIN 55 958.
- Unterrostung
ist die Bildung von Rost unter der Beschichtung, ohne dass Rost auf
der Oberfläche sichtbar sein muss.
- Unterwanderung
ist die von einer Fehlstelle ausgehende Veränderung in der Grenzfläche
zwischen Beschichtung und Untergrund oder zwischen einzelnen Schichten,
die sich in einer Verringerung der Haftfestigkeit bemerkbar macht und
gegebenenfalls zu Korrosion führt. Siehe auch "Unterrostung".
| V |
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- Ventilationslack oder Fensterlack
Bezeichnung für feuchtigkeitsregulierend wirkende Lacksorten. Ventilationslacke
eignen sich besonders gut für Fensteranstriche, und zwar sowohl
außen wie innen.
- Verarbeitungszeit
siehe "Topfzeit".
- Verbrauch
ist diejenige Menge Beschichtungsstoff, welche erforderlich ist, um
eine Fläche bestimmter Größe unter gegebenen Bedingungen
mit einer Beschichtung in bestimmter Trockenschichtdicke zu versehen.
Der Verbrauch wird in I/m² oder kg/m² zusammen mit der zugehörigen
Trockenschichtdicke in µm angegeben (aus DIN 53 220/04.78). Siehe
auch "Ergiebigkeit".
Anmerkung: Es ist zwischen theoretischem und praktischem Verbrauch zu
unterscheiden. Einzelheiten siehe DIN 53 220.
- Verdünnungsmittel
ist eine aus einer oder mehreren Komponenten bestehende Flüssigkeit,
die dem Beschichtungsstoff während der Herstellung oder vor der
Anwendung zugesetzt wird, um seine Eigenschaften der Verarbeitung anzupassen.
Verdünnungsmittel müssen mit dem jeweiligen Beschichtungsstoff
völlig verträglich und unter den jeweiligen Filmbildungsbedingungen
flüchtig sein. Siehe auch "Reaktives Verdünnungsmittel".
- Verdünnungsmittel, reaktives
siehe "Reaktives Verdünnungsmittel".
- Verdunstungszahl
(VD) ist das Verhältnis aus der für die zu prüfende Flüssigkeit
gemessenen Verdunstungszeit und der Verdunstungszeit für Diethylether
(C2HOC2H5) als Vergleichsflüssigkeit (aus: DIN 53 170/04.77).
- Verlauf
ist das mehr oder weniger ausgeprägte Vermögen einer noch
flüssigen Beschichtung, die bei ihrem Auftragen entstehenden Unebenheiten
selbsttätig auszugleichen.
- Vernetzung
ist die Bildung eines dreidimensionalen molekularen Netzwerkes über
Hauptvalenzen. Die Vernetzung kann durch Zusatz chemischer Substanzen,
durch Wärme oder durch Strahlung bewirkt werden bzw. durch Kombinationen
dieser Einwirkungen.
Anmerkung: Vernetzung ist der Oberbegriff für "Härtung",
"Vulkanisation" und "Strahlenvernetzung".
- Verschnittmittel für Lösemittel
ist eine aus einer oder mehreren Komponenten bestehende Flüssigkeit,
die für sich allein das Bindemittel nicht aufzulösen vermag
und nur zusammen mit Lösemitteln verwendet wird, ohne dass sie
bei entsprechender Handhabung das Auflösen bleibend behindert oder
Bestandteile der Lösung ausfällt oder chemisch umsetzt. Verschnittmittel
für Lösemittel müssen unter den jeweiligen Filmbildungsbedingungen
flüchtig sein. Siehe aber "Verdünnungsmittel".
- Vorlack
ist ein meist halbglänzend oder halbmatt (siehe DIN 53 230) auftrocknender
Lack mit gutem Deck- und Füllvermögen, der vor der Deck-/Schlusslackierung
aufgetragen wird.
Anmerkung: Der Begriff Vorlack ist nur in bestimmten Anwendungsbereichen
üblich, z.B. im Maler- und Lackiererhandwerk.
| W |
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- Wärmedämm-Verbundsystem
siehe DIN V 18 559.
- Wärmehärtung
ist die Härtung eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes durch
notwendige Zufuhr von Wärme.
Anmerkung: Der vielfach gebrauchte Ausdruck "Ofentrocknung"
ist falsch und zu vermeiden.
- Wash Primer
ist ein Mittel zur Vorbehandlung von Metalloberflächen.
Anmerkung: Der Wash Primer besteht zumeist aus zwei Komponenten. Er
ist dünnflüssig, spritz- und streichbar und ergibt sehr geringe
Schichtdicken. Seine passivierende und haftungsvermittelnde Wirkung
beruht auf der chemischen Reaktion seiner Komponenten untereinander
und mit den Metalloberflächen. Der Wash Primer hat nicht die Aufgabe
zu entfetten oder zu reinigen. Er ergibt in der Regel ein lasierende
Schicht, die nicht die Aufgabe hat, eine deckende Grundbeschichtung
zu ersetzen.
- Wasserlack
ist eine Kurzbenennung für wasserverdünnbare Lacke. Ein
Wasserlack kann organische Lösemittel enthalten. Im Anlieferzustand
kann das Wasser ganz oder teilweise fehlen.
- Wasserverdünnbarkeit
im Sinne dieser Norm ist die Eigenschaft von Beschichtungen, sich bis
zum verarbeitungsfertigen Zustand mit Wasser verdünnen zu lassen.
- Weichmacher
sind flüssige oder feste, indifferente organische Substanzen mit
geringem Dampfdruck, überwiegend solche esterartiger Natur. Sie
können ohne chemische Reaktion, vorzugsweise durch ihr Löse-
bzw. Quellvermögen, unter Umständen aber auch ohne ein solches,
mit hochpolymeren Stoffen in physikalische Wechselwirkung treten und
ein homogenes System mit diesen bilden. Weichmacher verleihen den mit
ihnen hergestellten Gebilden bzw. Überzügen bestimmte angestrebte
physikalische Eigenschaften, wie z. B. erniedrigte Einfriertemperatur,
erhöhtes Formänderungsvermögen, erhöhte elastische
Eigenschaften, verringerte Härte und gegebenenfalls gesteigertes
Haftvermögen.
- Wischbeständigkeit
ist die Eigenschaft einer Beschichtung bei leichtem, trockenem Reiben
nicht abzufärben.
Anmerkung: Bei Kunststoffdispersionsfarben für Innen sind nur die
Güteklassen "waschbeständig" und "scheuerbeständig"
üblich (siehe DIN 53 778 Teil 1). Andere Angaben, z.B. "wischbeständig
nach DIN 55 945", sind deshalb irreführend und unzulässig.
| Z |
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- Zaponlack
ist ein Klar- oder Transparentlack mit nur geringem Gehalt an Bindemittel,
z.B. auf der Grundlage von Salpetersäureestern der Cellulose.
Anmerkung: Der Name Zaponlack ist in den USA geschützt, wird aber
in Deutschland allgemein angewendet. Der Zaponlackfilm soll den Charakter
des Untergrundes erkennen lassen, auch wenn der Zaponlack mit Farbstoffen
angefärbt ist.
- Zusatzstoff
siehe "Additiv".
- Zwei- oder Mehrkomponenten-Reaktionslack
ist ein Reaktionslack, bei dem die chemische Reaktion, die zur Härtung
führt, durch Mischen, von zwei oder mehr Komponenten eingeleitet
wird.
Anmerkung: Die einzelnen Komponenten sind kein Lack im Sinne dieser
Norm, da sie nicht zur Filmbildung fähig sind.
- Zwischenanstrich
ist die Zwischenbeschichtung aus einem Anstrichstoff.
- Zwischenbeschichtung
wird eine Schicht eines Beschichtungssystems genannt, die zwischen der
ersten und der letzten Beschichtung liegt, sofern sie nicht der Grundbeschichtung
oder der Deckbeschichtung zugeordnet wird.
Anmerkung: Zwischenbeschichtungen übernehmen in einem Beschichtungssystem
besondere Funktionen.
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