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Farb- und Lacklexikon

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A
  • Abfallbeseitigung
    Für die Beseitigung von Farb- und Lackresten gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. In vielen Gemeinden werden "Restedosen" eingesammelt oder können bei bestimmten Sammelstellen abgegeben werden. Sofern diese Möglichkeit nicht besteht, sollten Reste von Lacken in den Dosen eingetrocknet werden. Dadurch entsteht ein dickschichtiger Lackfilm, der gefahrlos mit dem Hausmüll entsorgt werden kann.
    Dispersionsfarben können mit Sägemehl eingedickt und abgebunden werden; eine Entsorgung über den Hausmüll ist dann möglich. Grundsätzlich gehören flüssige Lack- und Farbreste niemals in den Hausmüll.
    Reste von Lösemitteln (Verdünnungen) dürfen auf keinen Fall ins Abwasser gegossen werden. Sie sollten bei Sondermüllsammlungen abgegeben werden. Auch wasserverdünnbare Farben und Lacke gehören nicht ins Abwasser.
    Lackdosen und Farbeimer sind mit dem Grünen Punkt des Dualen Systems gekennzeichnet. Restentleerte Dosen und Eimer können also problemlos über die gelbe Tonne oder den gelben Sack entsorgt werden.

  • Abbeizmittel
    ist ein alkalisches, saures oder neutrales Mittel, das, auf eine getrocknete Beschichtung aufgebracht, diese so erweicht, dass sie von ihrem Untergrund entfernt werden kann. Die Abbeizmittel können flüssig oder pastenförmig sein.
    Anmerkung: Die alkalischen Abbeizmittel werden auch "Ablaugemittel' und die neutralen (lösenden) Abbeizmittel auch "Abbeizfluide" genannt.

  • Abdampfrückstand
    ist der unter definierten Prüfbedingungen ermittelte nichtflüchtige Anteil von Löse- und Verdünnungsmitteln. Anmerkung: Der Begriff gilt nicht für Beschichtungsstoffe, siehe "nichtflüchtiger Anteil".

  • Abdunsten
    auch Ablüften genannt, ist das teilweise oder völlige Verdunsten der flüchtigen Anteile, ehe die Filmbildung vollendet ist und/oder eine weitere Beschichtung aufgebracht werden kann.

  • Abkreiden,
    siehe "Kreiden"

  • Abscheideäquivalent
    ist die Elektrizitätsmenge beim Elektrotauchlackieren, die notwendig ist, um 1 g oder 1 cm³ gehärteten Film auf dem zu beschichtenden Objekt zu erhalten (Angabe des Abscheideäquivalentes in A s/g oder A s/cm³).

  • Abscheiden
    siehe "Elektrotauchlackieren".

  • Abscheidespannung
    ist die beim Elektrotauchlackieren erforderliche Spannung.
    Anmerkung: Die Abscheidespannung hängt von verschiedenen Parametern ab und kann sich während des Beschichtungsvorganges ändern.

  • Absperrmittel
    ist ein Mittel, um Einwirkungen von Stoffen aus dem Untergrund auf die Beschichtung oder umgekehrt von der Beschichtung auf den Untergrund oder zwischen einzelnen Schichten einer Beschichtung zu verhindern.
    Anmerkung: Die hierfür noch gebrauchte Benennung ,Isoliermittel' sollte vermieden werden, um Verwechselungen mit Wärme- und Schalldämmstoffen und elektrischen Isolierstoffen zu vermeiden.

  • Acryllack
    Lösungsmittel ist Wasser. Deshalb nennt man diesen Lack auch oft "Wasserlack". Für Heimwerker ist Acryllack ein idealer Werkstoff, weil er sich leicht verarbeiten lässt und das Werkzeug mit Wasser problemlos gereinigt werden kann. Nachdem sich das Lösungsmittel beim Trocknungsvorgang verflüchtigt hat, ist der Lack wisch- und abwaschfest, witterungsbeständig und unverseifbar, d. h. alkalibeständig. Sie können ihn auf Metallen, Holz, Tapeten, Hart-PVC, Leichtbeton, Mauerwerk, Putz, Gips und anderen Untergründen auftragen, und zwar innen wie außen. Wenn Sie den Lack mit dem Pinsel auftragen, wird die Lackoberfläche glatt. Wenn Sie ihn mit der Rolle verarbeiten, bekommt die Oberfläche einen Ledernarbeneffekt. Acryllack trocknet schnell, nach 20 Minuten ist er staubtrocken. Nach 2 - 3 Stunden die zweite Schicht auftragen.

  • Additiv
    ist eine Substanz, die einem Beschichtungsstoff in geringen Mengen zugesetzt wird, um diesem oder der daraus hergestellten Beschichtung spezifische Eigenschaften zu verleihen.
    Anmerkung: Die Ausdrücke Zusatzstoff und Hilfsstoff werden in gleichem Sinne gebraucht.

  • Alkydharz
    siehe DIN 53 183

  • Alkydharzlack
    ist ein Lack, der als charakteristischen Filmbildner Alkydharze enthält.
    Die Filmbildung kann nach verschiedenen Mechanismen erfolgen. Lufttrocknende Alkydharzlacke trocknen oxidativ; wärmehärtende Alkydharzlacke (Einbrennlacke) härten unter Beteiligung anderer Filmbildner.

  • Anlaufen
    ist die unerwünschte Veränderung des Aussehens der Oberfläche einer Beschichtung infolge äußerer Einflüsse, verursacht durch Trübung innerhalb des Films oder an seiner Oberfläche. Siehe auch "Schleier".

  • Anstrich
    ist eine aus Anstrichstoffen hergestellte Beschichtung. Bei mehrschichtigen Anstrichen spricht man auch von einem Anstrichaufbau ("Anstrichsystem"). Zur näheren Kennzeichnung des Anstriches sind z.B. folgende Benennungen gebräuchlich:
    • nach der Art des Bindemittels: z.B. Alkydharzanstrich, Chlorkautschukanstrich, Dispersionsfarbenanstrich
    • nach der Art des zu beschichtenden Untergrundes: z.B. Holzanstrich, Betonanstrich
    • nach der Art der Anwendung im Anstrichaufbau: z.B. Grundanstrich, Deckanstrich
    • nach der Art des zu beschichtenden Objektes: z.B. Fensteranstrich, Schiffsanstrich, Brückenanstrich
    • nach der Art der Funktion des Anstriches: z.B. Korrosionsschutzanstrich, Brandschutzanstrich.

    Hat der Anstrichstoff eine zusammenhängende Schicht gebildet, so spricht man auch von einem Anstrichfilm (nass oder trocken).

  • Anstrichfarbe
    ist eine im Handwerk noch gebräuchliche Benennung für einen pigmentierten Anstrichstoff.
    Anmerkung: Im österreichischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck "Anstrichfarbe" nicht üblich.

  • Anstrichfilm
    siehe "Anstrich"

  • Anstrichmittel
    siehe "Anstrichstoff"

  • Anstrichstoff
    ist ein flüssiger bis pastenförmiger Beschichtungsstoff, der vorwiegend durch Streichen, Rollen oder Spritzen aufgetragen wird. Anstrichstoffe, die nach dem Bindemittel benannt sind, müssen soviel von diesem Bindemittel enthalten, dass dessen charakteristische Eigenschaften im Anstrichstoff und im Anstrich vorhanden sind.

  • Antistatikum
    ist eine Substanz, die eine elektrostatische Aufladung der Oberfläche eines Materials vermindert.

  • Applikationsverfahren
    ist ein synonymer Ausdruck für Beschichtungsverfahren

  • Aufschwimmen
    ist das Anreichern von Pigmenten an der Oberfläche eines Beschichtungsstoffes oder einer Beschichtung (bei Metalleffektpigmenten ist dieses Phänomen erwünscht und wird auch leafing genannt). Der Begriff Ausschwimmen soll hierfür nicht Synonym verwendet werden.

  • Ausbleichen
    ist die Verringerung der Sättigung der Farbe einer Beschichtung.
    Anmerkung: Ausbleichen darf nicht mit Kreiden verwechselt werden.

  • Ausbluten
    bei Beschichtungen ist das Durchschlagen von Farbmitteln.

  • Ausschwimmen
    ist das sichtbare Entmischen der Pigmente im Beschichtungsstoff beim Lagern oder in der Beschichtung bei der Filmbildung.

  • Ausschwitzen
    ist das Wandern von Weichmachern oder anderen Bestandteilen der Beschichtung auf die Beschichtungsoberfläche.

  • Außenanstrich
    ist ein Anstrich, der bestimmungsgemäß der Witterung ausgesetzt ist, wenn nicht für ihn eine besondere Anwendung genannt wird.
    Anmerkung: Besondere Anwendungen, bei denen von Außenanstrich (oder Außenbeschichtung) gesprochen wird, sind z.B. Anstriche auf der Außenseite von Behältern, Rohrleitungen, Konservendosen.
B
  • Beizen ist
    • eine bestimmte färbende Behandlung von Holz oder
    • eine ätzende Vorbereitung von Metallen und Kunststoffen zur Verbesserung der Haftfestigkeit von nachfolgenden Beschichtungen. Siehe aber auch DIN 50 902.

  • Beschichtung
    ist der Oberbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende, aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten auf einem Untergrund. Der Beschichtungsstoff kann mehr oder weniger in den Untergrund eindringen. Bei mehrschichtigen Beschichtungen spricht man auch von einem Beschichtungsaufbau ("Beschichtungssystem").
    Anmerkung 1: Beschichtungen im Sinne dieser Norm sind Lackierungen, Anstriche, Kunstharzputze, Spachtel- und Füllerschichten sowie ähnliche Beschichtungen. Die Begriffe Beschichtung, Anstrich und Lackierung werden zum Teil alternativ verwendet.
    Die Beschichtung kann nach unterschiedlichen Kriterien näher gekennzeichnet werden, z. B.:
    • nach der Art des Beschichtungsstoffes:
      Anstrich, Lackierung, Pulverbeschichtung (Pulverlackierung);
    • nach der Art des Beschichtungsverfahrens:
      Anstrich, Spritzlackierung (Spritzbeschichtung), Tauchlackierung (Tauchbeschichtung), Gießlackierung, Spachtelschicht usw.
      Hat der Beschichtungsstoff eine zusammenhängende Schicht gebildet, so spricht man auch von einem Beschichtungsfilm (nass oder trocken).
      Anmerkung 2: Der Zusammenhang zwischen dem Oberbegriff Beschichtung und einer Reihe von Unterbegriffen wird anhand von Beispielen in dem nachstehenden Begriffssystem mit 3 Unterteilungsstufen veranschaulicht. In der Unterteilungsstufe nach dem Oberbegriff Beschichtung befinden sich - gleichberechtigt - unter anderem die wichtigen Begriffe Anstrich und Lackierung. In der letzten Unterteilungsstufe sind Begriffe aufgeführt, die von den Begriffen der darüber liegenden Stufe abgeleitet sind.

  • Beschichtungspulver
    ist ein pulverförmiger Beschichtungsstoff.

  • Beschichtungsstoff
    ist im Sinne dieser Norm ist der Oberbegriff für flüssige bis pastenförmige oder auch pulverförmige Stoffe, die aus Bindemitteln sowie gegebenenfalls zusätzlich aus Pigmenten und anderen Farbmitteln, Füllstoffen, Lösemitteln und sonstigen Zusätzen bestehen.
    Beschichtungsstoffe, die nach dem Bindemittel benannt sind, müssen soviel von diesem Bindemittel enthalten, dass dessen charakteristische Eigenschaften im Beschichtungsstoff vorhanden sind.
    Siehe z. B. auch DIN 55 928 Teil 9.
    Anmerkung: Beschichtungsstoffe im Sinne dieser Norm sind Lacke, Anstrichstoffe, Beschichtungsstoffe für Kunstharzputz, Spachtelmassen, Füller, Bodenbeschichtungsmassen sowie ähnliche Beschichtungsstoffe.
    Die Begriffe Beschichtungsstoff, Anstrichstoff und Lack werden zum Teil alternativ verwendet.
    Der Zusammenhang zwischen dem Oberbegriff "Beschichtungsstoff" und einer Reihe von Unterbegriffen wird anhand von Beispielen in dem nachstehenden Begriffssystem mit 3 Unterteilungsstufen veranschaulicht. In der Unterteilungsstufe nach dem Oberbegriff Beschichtungsstoff befinden sich - gleichberechtigt - unter anderem die wichtigen Begriffe "Anstrichstoff" und "Lack". In der letzten Unterteilungsstufe sind Begriffe aufgeführt, die von den Begriffen der darüber liegenden Stufe abgeleitet sind.

  • Beschleuniger
    ist eine Substanz, die, in kleinen Mengen zugesetzt, Reaktionen, z.B. die Vernetzungsreaktion, beschleunigt.

  • Beständigkeit
    ist die Eigenschaft von Stoffen, einer Beanspruchung ohne Minderung des Gebrauchswertes zu widerstehen.
    Anmerkung: Zur Kennzeichnung der Beanspruchung wird der Begriff Beständigkeit in Wortkombinationen gebraucht, wie Wetter-, Wärme-, Säure-, Abrieb-, Korrosions-, Steinschlag-, Waschmittel-, Scheuer-, usw.

  • Bindemittel
    ist der nichtflüchtige Anteil eines Beschichtungsstoffes ohne Pigment und Füllstoff, aber einschließlich Weichmachern, Trockenstoffen und anderen nichtflüchtigen Hilfsstoffen. Das Bindemittel verbindet die Pigmentteilchen untereinander und mit dem Untergrund und bildet so mit ihnen gemeinsam die fertige Beschichtung. In pigment- und füllstofffreien Beschichtungsstoffen umfasst das Bindemittel alle nichtflüchtigen Bestandteile.
    Auch reaktive flüchtige Stoffe gehören zum Bindemittel, soweit sie durch chemische Reaktion Bestandteil der Beschichtung werden (siehe auch Lösemittel).

  • Biolack
    und Wortkombinationen mit Bio ... siehe Anmerkung zu Naturlack.

  • Brillanz
    ist ein Ausdruck für die besonderen Reflexionseigenschaften einer hochglänzenden, schleierfreien Oberfläche.

  • Buntton
    (bisher Farbton) beschreibt die Art der Buntheit einer Farbe. Er wird im täglichen Leben mit Wörtern wie rot, gelb, grün, blau, violett usw. bezeichnet (aus: DIN Teil 1/03.79).
    Anmerkung: Die Benennung Buntton wird vorwiegend in der Farbmetrik benutzt (Einzelheiten siehe DIN 5033 Teil 1). Das Wort Farbton wird in der Praxis häufig für Farbe, Färbung, farbiges Aussehen und nicht im Sinne der hier für Buntton gegebenen Definition benutzt.
C
  • Cold-check-test
    ist eine Benennung für verschiedenartige Hitze-Kälte-Prüfungen mit schroffem Temperaturwechsel.
D
  • Dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung
    ist eine Beschichtung, die bei Hitzeeinwirkung unter Aufschäumen eine Dämmschicht ausbildet und so thermisch empfindliche Untergründe wie z. B. Holzbaustoffe und Stahlbauteile eine begrenzte Zeit vor Schädigung oder Zerstörung schützt.

  • Deckanstrich
    ist die Deckbeschichtung aus einem Anstrichstoff.

  • Deckbeschichtung
    besteht aus einer oder mehreren Schicht(en) für den jeweiligen Anwendungszweck geeigneten und auf die darunter liegenden Schichten abgestimmten Beschichtungsstoffen. Die Deckbeschichtung hat die Aufgabe, die unter ihr liegenden Schichten zu schützen und dem Beschichtungssystem die geforderten Oberflächeneigenschaften zu geben.
    Anmerkung: Der Begriff Deckbeschichtung sagt nichts über das Deckvermögen der Beschichtung aus. Die letzte Schicht des Beschichtungssystems wird auch Schlussbeschichtung genannt.

  • Deckvermögen
    eines pigmentierten Stoffes ist sein Vermögen, die Farbe oder Farbunterschiede des Untergrundes zu verdecken.
    Anmerkung: Die Begriffe Deckkraft und Deckfähigkeit sollten vermieden werden (aus: DIN 55 943/09.84).

  • Dehnbarkeit
    ist die Eigenschaft eines Körpers, unter der Einwirkung einer Kraft seine Länge und/oder Form gegebenenfalls bis zum Bruch zu ändern (siehe auch Elastizität). Unter Dehnbarkeit versteht man im eingeschränkten Sinne auch das Vermögen einer Beschichtung, Formänderungen des Untergrundes zu folgen.

  • Dekontaminierbarkeit
    ist die Eigenschaft einer Beschichtung, sich von einer Kontamination ganz oder teilweise befreien zu lassen.

  • Dicköl
    ist der Oberbegriff für alle Öle von künstlich erhöhter Viskosität. Dicköl umfasst sowohl Standöle als auch geblasene Öle und die nach anderen chemischen Verfahren eingedeckten Öle.

  • Dispersionsfarbe
    (Siehe auch Anmerkung zu "Kunststoffdispersionsfarbe)
    Dispersionsfarbe ist wohl die am häufigsten verwendete Wand- und Deckenfarbe. Sie lässt sich mit Wasser verdünnen, trocknet sehr schnell und ist dann nahezu geruchlose. Die Farbe lässt sich im feuchten Zustand mühelos mit Wasser und Seife entfernen. Dispersionsfarbe haftet auf fast allen Untergründen gut. Man sollte jedoch beachten, dass sich beim Streichen von Tapeten mit dieser Art Farbe durch das darin enthaltene Wasser die Tapeten eventuell von der Wand lösen können. Also nicht zu dick auftragen. Dispersionsfarbe kann mit fast jeder anderen Farbe überstrichen werden.

  • Dispersionslackfarbe
    ist ein Beschichtungsstoff auf der Grundlage einer wässrigen Kunststoffdispersion, der eine Beschichtung mit dem Aussehen einer Lackierung ergibt.
    Anmerkung: Im österreichischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck Dispersionslackfarbe' nicht üblich.

  • Durchhärtung oder Durchtrocknung
    einer Beschichtung ist das Erreichen ihrer Gebrauchshärte in der gesamten Schicht, wobei die Benennungen "Durchhärtung" und "Durchtrocknung" sinngemäß für die Begriffe Härtung und Trocknung verwendet werden.

  • Durchschlagen
    bei Beschichtungsstoffen bzw. Beschichtungen ist
    • das Sichtbarwerden von Bestandteilen, die aus dem Untergrund oder einer vorhandenen Beschichtung in die darüber liegende Schicht einwandern.
    • das Sichtbarwerden von Bestandteilen der Beschichtung auf der Rückseite des Untergrundes (z. B. Papier).
E
  • Effektlackierung
    ist eine Lackierung, bei der eine gewollte, visuell erfassbare Unregelmäßigkeit gleichmäßig über die Oberfläche verteilt ist.
    Anmerkung: Beispiele für Lacke, die Effektlackierungen ergeben, sind Strukturlack, Tupflack, Noppenlack, Sprenkellack, Tröpfellack, Narbeneffektlack, Spinwebenlack, Reißlack / Krakeleelack, Runzellack (Kräusellack), Hammerschlaglack, Eisblumeneffektlack, Mehrfarbeneffektlack, Metalliclack und Perlmuttlack.

  • Einbrennen
    ist eine übliche Benennung für ein Verfahren zur Wärmehärtung, bei dem die Härtungsreaktion erst nach Überschreiten einer bestimmten, für den jeweiligen Beschichtungsstoff spezifischen Temperatur einsetzt.

  • Einkomponenten-Reaktionslack
    ist ein Reaktionslack, bei dem die chemische Reaktion, die zur Härtung führt über physikalische und/oder chemische Einwirkungen erfolgt, z.B. durch UV-Strahlung oder Luftfeuchtigkeit.

  • Einlassmittel
    ist ein Vorbehandlungsmittel, das in einen saugfähigen Untergrund eindringt, dessen Saugfähigkeit verringert oder ganz aufhebt und ihn unter Umständen verfestigt. Ein Einlassmittel kann auch mit einem lmprägniermittel kombiniert sein.
    Anmerkung: Im Sprachgebrauch wird ein Einlassmittel für mineralischen Untergrund häufig auch Tiefgrund genannt.

  • Elastizität
    ist die Eigenschaft eines Körpers, unter der Einwirkung einer Kraft seine Länge und/oder Form zu verändern und nach Beendigung der Krafteinwirkung seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen.
    Anmerkung: Auf dem Gebiet der Beschichtungsstoffe wird der Begriff Elastizität oft fälschlicherweise anstelle des Begriffes Dehnbarkeit benutzt.

  • Elektrostatisches Beschichten
    (Lackieren) ist ein Verfahren zum Beschichten von Oberflächen in einem Gleichstromhochspannungsfeld.

  • Elektrotauchlackieren
    ist das Beschichten durch Abscheiden eines Beschichtungsstoffes aus einem wässrigen Tauchbad unter Stromfluss auf einem als Anode (ATL) oder als Kathode (KTL) geschalteten Objekt.

  • Ergiebigkeit
    ist die Eigenschaft eines Beschichtungsstoffes, durch die ausgedrückt wird, welche Fläche theoretisch mit einer Beschichtung mit einer bestimmten Schichtdicke versehen werden kann (Angabe der Ergiebigkeit in m²/kg oder m²/l mit zugehöriger Schichtdicke der getrockneten/gehärteten Beschichtung in µm). Siehe auch den Unterschied zu Verbrauch.
    Anmerkung: Die in der Praxis tatsächlich erforderliche Menge Beschichtungsstoff kann aus der Ergiebigkeit allein nicht ermittelt werden. Der auch noch angewendete Begriff "Ausgiebigkeit" sollte vermieden werden.
F
  • Farbe
    ist ein durch das Auge vermittelter Sinneseindruck, also eine Gesichtsempfindung (aus: DIN 5033 Teil 1\03.79).
    Anmerkung: Im Sinne dieser Norm ist Farbe also nur ein über das Auge vermittelter Sinneseindruck. Eine Farbe ist durch Buntton, Sättigung und Helligkeit gekennzeichnet (siehe DIN 5033 Teil 1). Das Wort ,Farbe' wird im täglichen Sprachgebrauch auch für Pigmente, Farbstoffe und pigmentierte Beschichtungsstoffe gebraucht. Es soll aber für sich allein nicht als Benennung für Stoffe benutzt werden. Siehe z.B. Kunststoffdispersionsfarbe, Leimfarbe. Künstlerfarbe.

  • Farblack
    ist ein durch Fällen eines gelösten Farbstoffes mit einem Fällungsmittel erzeugtes Pigment, das auch Substrat enthalten kann (aus: DIN 55 943/09.84).
    Anmerkung: Farblack ist also kein Lack im Sinne dieser Norm, sondern ein Farbmittel. Beachte dagegen Lackfarbe. Im österreichischen und schweizerischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck Farblack nicht üblich.

  • Farbmittel
    ist der Oberbegriff für alle farbgebenden Substanzen (aus: DIN 55 943/09.84). Einteilung der Farbmittel siehe DIN 55 944 und DIN 55 949.

  • Farbstich
    einer nahezu weißen oder nahezu unbunten Probe ist der geringe Anteil an bunt, durch den die Farbe einer Probe von ideal weiß oder (ideal) unbunt abweicht (aus: DIN 55 980/05.79).

  • Farbstoff
    ist ein im Anwendungsmedium lösliches Farbmittel (aus: DIN 55 943/09.84)

  • Farbton
    siehe "Buntton"

  • Farbzahl
    ist ein unter festgelegten Bedingungen ermittelter Kennwert für die Farbe von transparenten Substanzen, der durch optischen Vergleich festgestellt wird (siehe auch Platin-Cobalt-Farbzahl, Jodfarbzahl).

  • Fertigungsbeschichtung
    (Shop Primer) ist eine Beschichtung, welche die Aufgabe hat, Stahlteile während Transport, Lagerung und Bearbeitung im Fertigungsbetrieb nach entsprechender Oberflächenvorbereitung zeitlich begrenzt vor Korrosion zu schützen.

  • Feste Farbe (Nichttropfende bzw. tropfgehemmte Farbe)
    Wie der Name schon sagt, ist diese Art Farbe von sehr dickflüssiger bzw. gallertartiger Konsistenz. Feste Farbe
    tropft nicht vom Pinsel oder der Rolle und spritzt daher auch nicht bei der Verarbeitung. Daher ist sie besonders für das Streichen von Decken geeignet. Diese Farben sollten vor der Verarbeitung weder gerührt noch geschüttelt werden. Die Verwendung von speziellen Farbrollern wird empfohlen.
    Neben den oben angeführten "Farbsorten" gibt es natürlich noch eine ganze Reihe anderer Anstrichmittel, wie z. B. Metallfarben, feuerhemmende Farben, "flüssige Rauhfaser" usw., die wir an dieser Stelle jedoch nicht alle beschreiben können. Natürlich ist es ferner möglich, alle Arten von weißer Farbe nach Belieben abzutönen. Abtönfarben gibt es in allen Nuancen, so dass jeder seine Farbwünsche in die Tat umsetzen kann. Wer Bedenken hat, den richtigen Farbton auf Anhieb zu treffen, findet in den meisten Heimwerkermärkten bereits fertig abgetönte Farben, die sofort verarbeitet werden können.

  • Festkörper
    siehe "nichtflüchtiger Anteil".

  • Filiformkorrosion
    ist die Benennung für eine Korrosionserscheinung, die als Korrosionsform eines örtlichen Angriffs mit fadenförmiger Ausbildung vorzugsweise an Stahloberflächen meist unter dünnen Beschichtungen auftritt. Siehe auch DIN ISO 4623 und DIN 50 900 Teil 1/04.82, fadenförmige Angriffsforrn.

  • Film
    siehe Beschichtung, Anstrich, Lackierung.

  • Filmbildner
    ist derjenige Bestandteil des Bindemittels, der für das Zustandekommen des Films wesentlich ist. Man unterscheidet selbständige und nichtselbständige Filmbildner. Selbständige Filmbildner sind solche, die allein, d. h. ohne Zusatz weiterer Substanzen, mit oder ohne Lufteinfluss (Sauerstoff und/oder Wasser) einen Film zu bilden vermögen. Nichtselbständige Filmbildner sind solche, die nur in geeigneten Gemischen einen Film zu bilden vermögen.
    Anmerkung: Man muss zwischen Filmbildner und Filmbestandteil unterscheiden. Zum Beispiel sind Pigmente und Füllstoffe Filmbestandteile, aber keine Filmbildner.

  • Filmbildung
    ist der Übergang eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes vom flüssigen in den festen Zustand. Die Filmbildung erfolgt durch Trocknung oder Härtung. Beide Vorgänge können gleichzeitig oder nacheinander ablaufen. Ist bei der Filmbildung Härtung beteiligt, heißt der ganze Vorgang Härtung.

  • Filmfehler
    sind Störungen an und in der Beschichtung. die meist nach ihrer Form oder ihrem Aussehen benannt werden.
    Anmerkung: Zur Kennzeichnung der Filmfehler werden Begriffe wie Krater, Gardinen, Läufer, Nadelstiche benutzt, wenn der Film ein Aussehen hat, wie es diese Begriffe andeuten. Siehe auch Kochblasen (Kocher).

  • Firnis
    ist ein Sammelname für nichtpigmentierte Anstrichstoffe, die aus nichteingedickten Ölen oder Harzlösungen oder Mischungen dieser Stoffe bestehen. Im Einzelfall muss deshalb die Benennung "Firnis" zusammen mit kennzeichnenden Wortzusätzen (z.B. Leinölfirnis, Harzfirnis) gebraucht werden.
    Kennzeichnend für Firnis ist seine gute Trocknungsfähigkeit. Im allgemeinen wird unter Firnis ein Öl verstanden, dessen Trocknungsfähigkeit durch Zugabe von Trockenstoffen wesentlich erhöht ist.

  • Flammpunkt
    ist die unter festgelegten Prüfbedingungen ermittelte niedrigste Temperatur, bei der sich aus einer Flüssigkeit Dämpfe in solcher Menge entwickeln, dass sie mit der über dem Flüssigkeitsspiegel stehenden Luft ein entflammbares Gemisch ergeben (Siehe auch Abschnitt 3: "Weitere Begriffe in anderen Normen".).

  • Flüssiglack
    siehe "Lack".

  • Forcierte Trocknung
    ist eine durch Wärmezufuhr beschleunigte Trocknung eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes.

  • Füllstoff
    ist eine aus Teilchen bestehende, im Anwendungsmedium praktisch unlösliche Substanz, die zur Vergrößerung des Volumens, zur Erzielung oder Verbesserung technischer Eigenschaften und/oder Beeinflussung optischer Eigenschaften verwendet wird.
    Anmerkung: Die Benennung Extender sollte vermieden werden. Die Benennungen Extenderpigment und Pigmentextender sind falsch (aus: DIN 55 943/ 09.84).

  • Füllvermögen
    eines Beschichtungsstoffes ist sein Vermögen, die Unebenheiten des Untergrundes auszugleichen.
G
  • Gardinen
    siehe "Filmfehler".

  • Glanz
    ist ein Sinneseindruck, bewirkt durch die mehr oder weniger gerichtete Reflexion von Lichtstrahlen an einer Oberfläche.
    Anmerkung: Beispiele für Glanzstufen sind hochglänzend. glänzend, seidenglänzend, halbmatt, matt und stumpfmatt (siehe auch DIN 53230). Unter bestimmten Bedingungen kann zur Beurteilung des Glanzes der Reflektometerwert nach DIN 67 530 herangezogen werden.

  • Grundanstrich
    ist die Grundbeschichtung aus einem Anstrichstoff.

  • Grundbeschichtung
    (Grundierung) ist eine auf den Untergrund aufgebrachte Beschichtung, die aus einer oder mehreren Schichten bestehen kann, und zur Verbindung zwischen dem Untergrund und weiteren Schichten dient. Sie kann auch noch besondere Aufgaben wie Korrosionsschutz usw. erfüllen (siehe z. B. DIN 55 928 Teil 5).

  • Grundierung
    siehe "Grundbeschichtung".
H
  • Härte
    ist die mechanische Eigenschaft der Beschichtung, die sich in dem Widerstand äußert, den die Beschichtung einer mechanischen Einwirkung entgegensetzt. Einwirkungen dieser Art können z.B. Druck, Reiben und Ritzen sein. Da die Härte einen komplexen Kennwert darstellt, ist die Benennung Härte stets im Zusammenhang mit dem angewendeten Prüfverfahren zu verwenden, z. B. Ritzhärte, Eindruckhärte.

  • Härter
    ist ein Stoff (oder Stoffgemisch), der (das) die Härtung bewirkt.

  • Unter Härtung
    wird im allgemeinen die meist engmaschige Vernetzung von Harzen verstanden.
    Härtung von Beschichtungsstoffen ist der Übergang aus dem flüssigen in den festen Zustand unter Molekülvergrößerung durch chemische Reaktionen.
    Anmerkung: Im heutigen Sprachgebrauch wird statt der korrekten Benennung oxidative Härtung noch vielfach der Ausdruck oxidative Trocknung angewendet.

  • Härtungszeit
    ist die Zeitspanne zwischen dem Auftragen eines flüssigen Beschichtungsstoffes und dem Erreichen eines bestimmten Zustandes während der Filmbildung durch Härtung.

  • Haftfestigkeit
    ist ein Maß für den Widerstand einer Beschichtung gegen ihre mechanische Trennung vom Untergrund.

  • Harz
    siehe DIN 55 958

  • Heizkörperlack
    Nitrozellulose- oder Nitrolacke (Kurzform: NC-Lacke) werden überwiegend beim Möbelbau eingesetzt, z. B. wenn Innenflächen von Schränken oder Türen lackiert werden sollen. Heizkörperlacke werden solche Kunstharz-(Alkyd-) Lacke genannt, die bis zu 120° C vergilbungsbeständig sind und schnell wechselnde Temperaturen aushalten, ohne weich zu werden oder abzuplatzen. Ofenrohre dürfen nicht mit Heizkörperfarbe gestrichen werden, weil die Lackschicht durch die wesentlich höheren Temperaturen zerstört werden würde. Wenn Sie Ihre Ofenrohre behandeln wollen, nehmen Sie dafür Silber- oder Goldbronze oder speziellen Ofenrohrlack.

  • "High Solid"-Lack
    ist ein Lack mit einem hohen Gehalt an nichtflüchtigen Anteilen.

  • Hilfsstoff
    siehe "Additiv".

  • Hochziehen
    ist Runzel- und/oder Rissbildung infolge Quellung einer Beschichtung, hervorgerufen durch Lösemittel, z.B. aus einer weiteren Schicht oder aus einem Abbeizmittel.
I
  • lmprägniermittel
    ist eine bindemittelhaltige, niedrigviskose, kapillaraktive Flüssigkeit ohne Pigmente und Füllstoffe zum Tränken saugfähiger Untergründe (z. B. Holz, Gewebe, Putz, Beton) um diese zu neutralisieren oder gegen schädliche Einflüsse (z. B. durch Insekten, Pilzbefall), gegen leichtes Entflammen oder Einwirken von Wasser zu schützen. Siehe auch "Einlassmittel".

  • Innenanstrich
    ist ein Anstrich, der bestimmungsgemäß nicht der Witterung ausgesetzt ist. Siehe auch Außenanstrich.
K
  • Kalkfarbe
    ist eine wässrige Aufschlämmung von gelöschtem Kalk, dem gegebenenfalls Pigmente und/oder geringe Mengen anderer Bindemittel zugefügt sind.
    Anmerkung: Der gelöschte Kalk ist gleichzeitig Bindemittel und Pigment.

  • Kantenflucht
    ist eine Benennung für eine Verringerung der Schichtdicke der Beschichtung an Kanten.

  • Katalysator
    ist ein Stoff, der ohne Veränderung des chemischen Gleichgewichtes eine chemische Reaktion beschleunigt und der nach der Reaktion unverändert vorliegt. Anmerkung: Die Benennung Katalysator wird fälschlicherweise auch für Beschleuniger angewendet, die nach der Reaktion nicht unverändert vorliegen.

  • Klarlack
    ist ein Lack ohne Deckvermögen, der seine Farbe nur der Eigenschaft des Bindemittels verdankt.

  • Kochblasen
    (Kocher) sind Filmfehler, bestehend aus Blasen unterschiedlichen Durchmessers, die bei der Filmbildung, vorzugsweise in der Wärme, entstehen.

  • Kocher
    siehe "Kochblasen".

  • Kontamination
    ist eine durch radioaktive Stoffe verursachte Verunreinigung (aus: DIN 25 415 Teil 1 /08.88).
    Anmerkung: Der Begriff wird im Anwendungsbereich dieser Norm auch allgemeiner benutzt. Im Einzelfall muss deshalb die Art der Verunreinigung besonders angegeben werden.

  • Körnigkeit
    siehe "Mahlfeinheit"

  • Korrosionsschutz
    ist die Summe der Maßnahmen, um Metalle, Kunststoffe, Beton und andere Werkstoffe vor der Zerstörung durch chemische und/oder physikalische Angriffe (z. B. aggressive Medien, Witterung) zu schützen. Siehe auch DIN 50 900 Teil 1 und DIN 55 928 Teil 1.

  • Krater
    siehe "Filmfehler".

  • Kräuseln
    ist das Bilden feiner Falten in einer Beschichtung.

  • Kreiden
    ist das Ablösen von Pigmenten und Füllstoffen, die infolge des Abbaus des Bindemittels an der Oberfläche einer Beschichtung freigelegt werden.

  • Kreidungsgrad
    ist ein Maß für ein an einer Beschichtung aufgetretenes Kreiden nach Menge der freigelegten Pigmentteilchen (aus: DIN 53159/09.77 und DIN 53 223/ 12.73).

  • Kunstharz
    siehe DIN 55 958

  • Kunstharzlack
    ist ein Lack, der Kunstharze als Bindemittel enthält.
    Anmerkung: Da es sehr unterschiedliche Kunstharze gibt, ist der Begriff Kunstharzlack hinsichtlich der Eigenschaften nicht eindeutig. Man sollte ihn daher vermeiden und spezifischere Begriffe verwenden, z. B. Alkydharzlack. Kunstharzlack ist der am häufigsten verwendete Lack, in der Regel handelt es sich dabei um Alkydharzlacke, die meistens mit einem Öl (z. B. Leinöl, Tungöl, Rizinusöl usw.) "modifiziert" sind. Ihre spezifischen Eigenschaften: Bedingt resistent gegen chemische Einflüsse, wetter-, stoß-, schlagfest und elastisch. Kunstharzlacke gibt es farbig, klar, matt oder hochglänzend.

  • Kunstharzputze
    sind Beschichtungen mit putzartigem Aussehen, für die Anforderungen in DIN 18 558 festgelegt sind.

  • Kunststoffdispersion
    ist eine feine Verteilung von Polymeren oder Kunstharzen in einer Flüssigkeit, meist Wasser.
    Anmerkung: Eine Kunststoffdispersion liegt in handelsüblicher Form als stabiles, kolloidales System von meist milchigem Aussehen vor. Sie kann auch Kunststofflatex genannt werden. Wenn nicht von Kunststoffdispersion als Sammelbegriff gesprochen wird, sollte die chemische Bezeichnung oder der Handelsname benutzt werden, wobei die chemische Bezeichnung vorzuziehen ist. Bei Copolymerisaten ist die Komponente, die den überwiegenden Anteil stellt, an erster Stelle zu nennen.

  • Kunstoff-Dispersionsfarbe
    ist ein aus Kunststoffdispersionen, Pigmenten und Füllstoffen hergestellter Beschichtungsstoff.
    Anmerkung: Kunststoffdispersionsfarben werden auch Kunststofflatexfarben genannt. Im täglichen Sprachgebrauch wird anstelle der Benennung Kunststoffdispersionsfarbe auch die Benennung Dispersionsfarbe verwendet.
L
  • Läufer
    siehe "Filmfehler".

  • Lack
    ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Beschichtungsstoffen auf der Basis organischer Bindemittel. Er nimmt unter den Beschichtungsstoffen eine Sonderstellung ein. Je nach Art der organischen Bindemittel können Lacke organische Lösemittel und/oder Wasser enthalten oder auch davon frei sein. Gegebenenfalls enthalten sie Pigmente, Füllstoffe und sonstige Zusätze. Pulverlacke sind lösemittelfrei. Aus Lacken werden Lackierungen hergestellt, welche die Aufgabe haben, die Oberfläche von z. B. Holz, Metall, Kunststoff, mineralische Untergründe gegen die Beanspruchung durch Witterungseinflüsse, Chemikalien oder mechanische Belastungen zu schützen. Es können Lackierungen mit sehr unterschiedlichem Aussehen erzielt werden.
    Lacke, die nach dem Bindemittel benannt sind, müssen soviel von dem Bindemittel enthalten, dass dessen charakteristische Eigenschaften im Lack und in der Lackierung vorhanden sind.
    Lacke werden nach unterschiedlichen Kriterien näher gekennzeichnet, z. B:
    • nach der Art der Zusammensetzung:
      • nach dem Bindermittel: Alkydharzlack, Dispersionslackfarbe, Epoxidharzlack, Polyurethanlack, Acrylharzlack, Nitrocelluloselack usw.
      • nach dem Lösemittel: Spirituslack, Wasserlack, usw.
    • nach der Art der Beschaffenheit: Pulverlack, High Solid-Lack, thixotroper Lack, usw.
    • nach der Art des Auftragsverfahrens: Spritzlack, Tauchlack, Flutlack, Gießlack, usw.
    • nach der Art der Filmbildung: Einbrennlack, Zweikomponenten-Reaktionslack usw.
    • nach dem Glanzgrad der Lackierung: Hochglanzlack, Seidenglanzlack, Mattlack, usw.
    • nach der Art des Effektes der Lackierung: siehe "Effektlackierung".
    • nach der Art der Anwendung im Beschichtungsaufbau (Anstrichaufbau): Vorlack, Decklack, Einschichtlack usw.
    • nach der Art des Untergrundes: Holzlack, Blechlack, Papierlack, Lederlack, usw.
    • nach der Art des zu beschichtenden Objektes: Fensterlack, Bootslack, Möbellack, Autolack, Emballagenlack, Coil-Coating-Lack, usw.

    Soll zwischen flüssigen Lacken und Pulverlacken unterschieden werden, so ist die Benennung "Flüssiglack" zu verwenden. Der Ausdruck "Nasslack" ist zu vermeiden. Lack ist eine historisch gewachsene Bezeichnung für eine Vielzahl von Beschichtungsstoffen und Beschichtungen, die eine logische Abgrenzung zu anderen Beschichtungsstoffen und Beschichtungen nicht in allen Fällen zulässt. Nicht unter den Begriff Lack fallen z.B. Kunststoffdispersionsfarben, Dispersions-Silicatfarben und Leimfarben.

  • Lackfarbe
    ist eine meist im Handwerk noch gebräuchliche Benennung für einen pigmentierten Lack.
    Anmerkung: Das Wort Lackfarbe wird in ähnlichen Wortzusammensetzungen für verschiedenartige Erzeugnisse der Lackindustrie benutzt wie das Wort "Lack"'. Siehe die entsprechende Unterteilung unter ."Lack". Im österreichischen Sprachgebrauch ist der Ausdruck "Lackfarbe" nicht üblich.

  • Lackierung
    ist eine Beschichtung, die aus Lack hergestellt ist. Hat der Lack eine zusammenhängende Schicht gebildet, so spricht man auch von einem Lackfilm (nass oder trocken).

  • Lasur
    im Sinne dieser Norm ist ein Beschichtungsstoff für Holz oder mineralische Untergründe, der eine transparente Beschichtung ergibt. Für Holz wird unterschieden zwischen Imprägnierlasuren mit niedrigem nichtflüchtigem Anteil (Dünnschichtlasuren), die meist biozid ausgerüstet sind und Lacklasuren, die Filme mit höheren Schichtdicken bilden (Dickschichtlasuren).
    Anmerkung: Im Sprachgebrauch wird die Benennung Lasur ebenfalls für die fertige Beschichtung verwendet.

  • Leimfarbe
    ist ein Anstrichstoff mit Leim als wasserlöslichem Bindemittel, der seine Löslichkeit in Wasser nach dem Trocknen nicht verliert. Der Anstrich bleibt also empfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit und kann durch Abwaschen entfernt werden.
    Anmerkung: "Unlöslich auftrocknende Kaseinfarben" sind im Sinne dieser Definition keine "Leimfarben".
    Nach DIN 16 920/06.81 ist Leim wie folgt definiert: "Klebstoff, bestehend aus tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Grundstoffen und Wasser als Lösungsmittel".

  • Leinölfirnis
    ist Leinöl, dem Trockenstoffe oder ihre Grundlagen bei höherer Temperatur zugesetzt worden sind (aus: DIN 55 932/04.71).
    Anmerkung: Leinölfirnis muss ausdrücklich als solcher benannt werden. Siehe Firnis.

  • Lösemittel
    ist eine aus einer oder mehreren Komponenten bestehende Flüssigkeit, die andere Stoffe lösen, kann ohne mit ihnen chemisch zu reagieren. Lösemittel müssen unter den jeweiligen Bedingungen der Filmbildung flüchtig sein. Siehe auch "Reaktives Lösemittel", "Verdünnungsmittel" und "Verschnittmittel für Lösemittel". Sie sind u. a. in Klebstoffen, Lacken und Anstrichfarben, Textil- und Haushaltspflegemitteln, Reinigungs- und Abbeizmitteln enthalten. Die meisten Lösungsmittel sind gesundheitsschädlich. Benzol wirkt krebserregend, ebenso vermutlich Tetrachlorkohlenstoff und Chloroform. Toluol und Xylol verursachen beim Einatmen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindelgefühl, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen. Chlorierte Kohlenwasserstoffe können Nerven- und Gehirnzellen angreifen. Alkohole und Ketone reizen Augen und Schleimhäute. Ketone und Ester wirken narkotisierend. Beim Einkauf sollte man auf lösemittelfreie oder lösemittelarme Produkte, die das Umweltzeichen tragen, zurückgreifen. Farben, Lacke, Lösemittel etc. gehören nicht in den Hausmüll. Sie müssen sachgemäß entsorgt werden. Kleine Mengen nehmen die Recyclinghöfe entgegen.

  • Lösemittelarmer Beschichtungsstoff
    ist ein Beschichtungsstoff, dessen Gehalt an organischen Lösemitteln auf das nach dem jeweiligen Stand der Technik mögliche Minimum herabgesetzt ist.

  • Lösungsmittel
    siehe "Lösemittel"

  • Lösemittel, reaktives
    siehe "Reaktives Lösemittel"

  • Lufttrocknung
    ist die Trocknung eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes ohne zusätzliche Wärmezufuhr.
M
  • Mahlfeinheit
    ist eine Benennung, die sich auf die flächige oder räumliche Ausdehnung der größten Feststoffteilchen in einem Mahlansatz oder Beschichtungsstoff bezieht.

  • Mehrkomponenten-Reaktionslack
    siehe Zwei- oder Mehrkomponenten-Reaktionslack
N
  • Nachfallen
    ist das Wiedersichtbarwerden von zunächst durch die Beschichtung überdeckten Unebenheiten des Untergrundes.

  • Nadelstiche
    siehe "Filmfehler".

  • Nassschichtdicke
    ist die Schichtdicke des flüssigen Beschichtungsstoffes unmittelbar nach dem Auftragen.
    Anmerkung: Der Begriff sollte nur in diesem Sinne verwendet werden.

  • Naturharz
    siehe DIN 55 958

  • Naturharzlack
    ist ein Lack, der Naturharze als Bindemittel enthält.
    Anmerkung: Da es sehr unterschiedliche Naturharze gibt, ist der Begriff Naturharzlack hinsichtlich der Eigenschaften nicht eindeutig. Man sollte ihn daher vermeiden und spezifischere Begriffe verwenden, z.B. Kolophoniumlack, Naturharzlacke sind nicht identisch mit Naturlacken.

  • Naturlacke
    sind Beschichtungsstoffe aus in der Natur entstandenen oder entstehenden Komponenten, die nachträglich weder chemisch modifiziert noch in ihrer natürlichen Struktur verändert worden sind und die keine künstlich hergestellten Komponenten und/oder Zusatzstoffe (Additive) enthalten.
    Anmerkung: Naturlacke können - wie andere Lacke auch - Stoffe enthalten, die gesundheitsgefährdend sind. Die Bezeichnung Biolacke für Beschichtungsstoffe ist falsch und irreführend, also auch als Bezeichnung für Naturlacke. Solche Beschichtungsstoffe können der belebten Natur nicht zugeordnet werden.

  • Nichtflüchtiger Anteil
    ist der Massenanteil eines Beschichtungsstoffes, der unter festgelegten Bedingungen als Rückstand verbleibt.
    Anmerkung: Anstelle der Benennung "Nichtflüchtiger Anteil" werden im bisherigen Sprachgebrauch verschiedene Ausdrücke wie Festkörper, Trockenrückstand, Trockengehalt, Festgehalt, Einbrennrückstand benutzt. Die Benennung "Nichtflüchtiger Anteil" (nfA) soll anstelle dieser Ausdrucke verwendet werden.

  • Nitrokombinationslack
    ist ein Lack, der neben Salpetersäureestern der Cellulose noch wesentliche Mengen anderer Bindemittel enthält.
O
  • Ölfarbe
    ist eine Anstrichfarbe, deren Bindemittel mit oder ohne Zusatz von Trockenstoffen besteht: entweder aus nicht eingedecktem, trocknendem, pflanzlichem Öl mit oder ohne Zusatz von Standöl, oder aus schwach eingedicktem, trocknendem, pflanzlichem Öl. Wenn keine anderen Angaben zu "Ölfarbe"' gemacht werden, ist unter pflanzlichem Öl Leinöl zu verstehen. Werden andere als die obengenannten Öle als Bindemittel verwendet oder mitverwendet, so müssen diese in der Benennung zum Ausdruck kommen, z. B. bei faktisierten Ölen.

  • Öllack
    ist ein Lack, der als wichtigsten Bestandteil eingedickte trocknende Öle enthält, mit oder ohne Zusatz von Harzen.

  • Orangenschaleneffekt
    ist eine Benennung für das entsprechende Aussehen einer getrockneten bzw. gehärteten Beschichtung. Der Orangenschaleneffekt kann sowohl als Filmfehler als auch als beabsichtigter Effekt ("Strukturlack") auftreten.
P
  • Phenolharz
    siehe DIN 55 958

  • Pigment
    ist eine aus Teilchen bestehende, im Anwendungsmedium praktisch unlösliche Substanz, die als Farbmittel oder wegen ihrer korrosionshemmenden oder magnetischen Eigenschaften verwendet wird.
    Anmerkung: Pigmente können nach ihrer chemischen Zusammensetzung, ihren optischen oder technischen Eigenschaften näher beschrieben werden, z. B. Chromatpigment, Azopigment, Titandioxid-Pigment, Buntpigment, Weißpigment, Metalleffektpigment, Korrosionsschutzpigment, Magnetpigment. Einteilung der Pigmente siehe DIN 55 944 und DIN 55 949 (aus: DIN 55 943/09.84).

  • Pilzbefall
    ist das Auftreten von Pilzbewuchs. Man unterscheidet Primärbefall, bei dem sich die Pilze von lnhaltsstoffen der Materialien ernähren, wodurch z.B.: die Oberflächen (Beschichtung) geschädigt und gegebenenfalls zerstört wird, und Sekundärbefall, bei dem sich die Pilze auf einem Belag von Staub und Schmutz bilden, jedoch die Beschichtung nicht schädigen.

  • Polyester
    ist ein Polymer, dessen Struktureinheiten Estergruppen in der Kette enthalten.
    Anmerkung: Je nach Aufbau unterscheidet man zwischen gesättigten und ungesättigten, linearen und verzweigten oder modifizierten Polyestern. Sind für bestimmte Gruppen von Polyestern spezielle Benennungen gebräuchlich, so sollten diese angewendet werden (z. B. Polyesterharz, ungesättigtes Polyesterharz, Alkydharz).

  • Polyesterharz
    siehe DIN 55 958

  • Polyesterlack (PEL-Lack)
    Eine Lösung aus ungesättigtem Polyester, die mit Härter reagiert. Beide Teile werden kurz vor der Verarbeitung gemischt. Die Tropfzeit ist äußerst kurz. Tragen Sie diesen Lack entweder im Gieß- oder im Spritzverfahren auf. Wichtig: Die Raumtemperatur sollte zwischen 20 und 24° C liegen. Lack- und Holzoberflächen sollten außerdem die gleiche Temperatur haben. Auf die Grundierung können Sie bei diesem Lack verzichten. Achtung: Manche Hölzer vertragen sich nicht mit Polyesterlack. Ihre Inhaltsstoffe zerstören den Lack. In diesem Fall ist eine zweimalige Grundierung mit Polyurethanlack notwendig. Da PEL-Lack die Holzporen füllt, ähnelt er fast einer Kunststoffbeschichtung. Der durchgehärtete Lack ist nicht wieder löslich, sehr abriebfest und widerstandsfähig. Beachten Sie unbedingt bei der Verarbeitung von PEL-Lacken: Polyesterlacke können die Gesundheit schädigen, wenn sie auf die Schleimhäute oder ihre Dämpfe in die Atmungsorgane geraten. Sorgen Sie deshalb bei Lackierungsarbeiten immer für ausreichende Entlüftung oder entsprechende Absaugung. Wenn Härter auf die Haut gerät, muss er sofort mit Wasser und Seife entfernt werden. Härter, die ins Auge gelangen, können eine Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zum Verlust bedeuten.

  • Polyurethanlack (PUR-Lack, DD-Lack)
    Reaktionslacke und bestehen aus zwei Komponenten, die kurz vor ihrer Verarbeitung in einem bestimmten Verhältnis miteinander gemischt werden. Wenn die beiden Lösungen einmal zusammengeschüttet worden sind, muss der Lack innerhalb weniger Stunden gänzlich verarbeitet werden, ehe er durchhärtet. 50 %iger PUR-Lack gilt als ausgezeichnete Grundierung. Sie sollten ihn jedoch nur mit einer Spezialverdünnung verdünnen. Polyurethanlack können Sie überall da einsetzen, wo es auf besondere Härte, Abrieb-, Wasser- und Chemikalienfestigkeit ankommt. Bei normaler Beanspruchung sollten Sie dagegen bis zu drei Schichten auftragen. PUR-Lacke sind nicht wasserdampfdurchlässig; sie eignen sich nicht für den Außenbereich.

  • Porenfüller
    ist ein mit Füllstoffen und/oder Farbmitteln versetztes Mittel, das zum Füllen von Holzporen vor dem Lackieren dient.

  • Primer
    ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Grundbeschichtung. Beachte jedoch Wash Primer und Fertigungsbeschichtung (Shop Primer).

  • Pulverlack
    ist Beschichtungspulver, das nach dem Auftragen und Aufschmelzen auf dem Untergrund eine Lackierung ergibt.
Q
  • Quellung
    ist Volumenvergrößerung, bedingt durch Aufnahme von Flüssigkeiten, Dämpfen oder Gasen in die Beschichtung. Die Volumenvergrößerung braucht nicht immer makroskopisch wahrnehmbar sein.
R
  • Reaktionslack
    ist ein Lack, der durch chemische Reaktion bereits bei Raumtemperatur härtet. Man unterscheidet Einkomponenten-Reaktionslacke und Zwei- oder Mehrkomponenten-Reaktionslacke.
    Anmerkung: Oxidativ härtende Lacke werden nicht zu den Reaktionslacken gerechnet.

  • Reaktives Lösemittel
    ist ein Lösemittel, das bei der Filmbildung durch chemische Reaktion Bestandteil des Bindemittels' wird und dadurch seine Eigenschaft als Lösemittel verliert.

  • Reaktives Verdünnungsmittel
    ist ein Verdünnungsmittel, das bei der Filmbildung durch chemische Reaktion Bestandteil des Bindemittels wird und dadurch seine Eigenschaft als Verdünnungsmittel verliert.

  • Reste
    Beseitigung siehe "Abfallbeseitigung".

  • Rostgrad
    kennzeichnet den Anteil der von Rost durchbrochenen Fläche eines Anstriches (aus DIN 53 210/02.78).

  • Runzeln
    siehe "Kräuseln".
S
  • Schleier
    im Sinne dieser Norm ist eine nicht durch äußere Einflüsse hervorgerufene Trübung, die während oder nach der Filmbildung sichtbar wird. Siehe auch "Anlaufen".

  • Schlussanstrich
    siehe "Deckanstrich".

  • Schlussbeschichtung
    siehe "Deckbeschichtung".

  • Shop Primer
    siehe "Fertigungsbeschichtung".

  • Sikkativ
    siehe "Trockenstoff".

  • Spachtelmasse
    ist ein pigmentierter hoch gefüllter Beschichtungsstoff, vorwiegend zum Ausgleich von Unebenheiten des Untergrundes. Die Spachtelmasse kann zieh-, streich- oder spritzbar eingestellt werden. Man kann die Spachtelmassen unterscheiden nach dem Auftragsverfahren, nach dem Bindemittel und nach dem Verwendungszweck.

  • Spirituslack
    ist ein Lack, dessen Lösemittel im wesentlichen aus Ethanol besteht.

  • Standöl
    ist ein nur durch Erhitzen eingedicktes, trocknendes Öl.
    Anmerkung: Wird von Leinöl-Standöl, Holzöl-Standöl, Rizinenöl-Standöl. Sojaöl-Standöl und dergleichen gesprochen, so darf es nur aus dem genannten Standöl bestehen. Als Mischstandöle gelten solche, die aus mehreren Ölarten hergestellt sind, z. B. Leinöl-Holzöl-Standöl 80 : 20. Der Begriff trocknendes Öl ist nicht an einen Mindestwert der Godzahl gebunden, umfasst also auch die sogenannten halbtrocknenden Öle, soweit sie sich zum Herstellen von Standöl eignen.

  • Strahlenhärtung
    ist eine Härtung, bei der die Molekülvergrößerung durch energiereiche Strahlung, z. B. UV- oder Elektronenstrahlung, bewirkt wird.

  • Strahlenvernetzung
    siehe "Vernetzung".

  • Strukturdispersionsfarbe
    Strukturdispersionsfarbe wird in allen möglichen Variationen im Handel angeboten. Sie bildet eine dicke Farbschicht, die dann z. B. mit einer speziellen Walze, dem Spachtel, einem Pinsel oder einer Bürste strukturiert werden kann. Der eigenen Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die "Struktur" in dieser Art Farbe wird durch den Zusatz von Glimmersand oder pulverisiertem Gestein erreicht. Ein Nachteil des Anstrichs mit Strukturdispersion ist, dass das nachträgliche Überstreichen recht schwierig ist und der Farbverbrauch um ca. 25 % höher liegt als bei einer entsprechenden glatten Fläche.

  • Substrat
    • ist ein unlöslicher, meist unbunter Stoff, der am Aufbau bestimmter Farblacke beteiligt ist (z. B. Tonerdehydrat im Krapplack) oder
    • eine Benennung, die synonym für Untergrund verwendet wird (aus: DIN 55 943/09.84).
T
  • Tiefgrund
    siehe "Einlassmittel".

  • Topfzeit (Verarbeitungszeit)
    ist die maximale Zeitspanne, innerhalb derer ein in getrennten Bestandteilen gelieferter Beschichtungsstoff nach dem Vermischen zu verarbeiten ist.

  • Transparentlack
    ist ein Lack ohne Deckvermögen, der seine Farbe dem Zusatz von Farbstoffen oder lasierenden Pigmenten verdankt.

  • Trockenstoff
    ist zumeist ein in organischen Lösemitteln und Bindemitteln lösliches Metallsalz einer organischen Säure, das oxidativ trocknenden Erzeugnissen zugesetzt wird, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen (aus: DIN 55 901/ 03.88).

  • Trocknung
    eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes ist der Übergang vom flüssigen in den festen Zustand unter Abgabe von Lösemitteln (physikalische Trocknung) und/ oder unter Aufnahme von Sauerstoff (oxidative Trocknung).
    Anmerkung: Die oxidative Trocknung sollte korrekt als oxidative Härtung bezeichnet werden.

  • Trocknungszeit
    ist die Zeitspanne zwischen dem Auftragen eines flüssigen Beschichtungsstoffes und dem Erreichen eines bestimmten Zustandes während der Filmbildung durch Trocknung.
    Anmerkung: Bestimmte Zustände sind z. B. staubtrocken, klebfrei, griffest, montagefest, stapelfest.
U
  • Überarbeitbarkeit
    bezeichnet die Eigenschaft, auf eine Beschichtung eine oder mehrere weitere Schichten aufbringen zu können, ohne dass sich schädigende Wechselwirkungen zwischen den Schichten ergeben. Die Überarbeitbarkeit bezieht sich nicht auf eine Beschichtung allein, sondern auf das ganze Beschichtungssystem. Der Begriff Überarbeitbarkeit kann sinngemäß auf bestimmte Auftragsverfahren (z.B. Lackieren, Spritzen, Streichen) übertragen werden.

  • Überlackierbarkeit
    siehe "Überarbeitbarkeit".

  • Überspritzbarkeit
    siehe "Überarbeitbarkeit".

  • Überstreichbarkeit
    siehe "Überarbeitbarkeit".

  • Umgriff
    charakterisiert die Möglichkeit, während eines Auftrages in einem elektrischen Feld Flächen zu beschichten, die sich in einem durch die Form oder Lage des zu beschichtenden Gegenstandes abgeschwächten elektrischen Feld befinden (z.B. Hohlkörper oder von der Gegenelektrode abgekehrte Seiten und anderes).

  • Umweltschutz
    "Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen Fürsorge jedes einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut. Mit Naturgütern ist schonend und sparsam umzugehen. Es gehört auch zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, ..." (Auszug aus Art. 141 der Bayerischen Verfassung)

  • Ungesättigtes Polyesterharz
    siehe DIN 55 958.

  • Unterrostung
    ist die Bildung von Rost unter der Beschichtung, ohne dass Rost auf der Oberfläche sichtbar sein muss.

  • Unterwanderung
    ist die von einer Fehlstelle ausgehende Veränderung in der Grenzfläche zwischen Beschichtung und Untergrund oder zwischen einzelnen Schichten, die sich in einer Verringerung der Haftfestigkeit bemerkbar macht und gegebenenfalls zu Korrosion führt. Siehe auch "Unterrostung".
V
  • Ventilationslack oder Fensterlack
    Bezeichnung für feuchtigkeitsregulierend wirkende Lacksorten. Ventilationslacke eignen sich besonders gut für Fensteranstriche, und zwar sowohl außen wie innen.

  • Verarbeitungszeit
    siehe "Topfzeit".

  • Verbrauch
    ist diejenige Menge Beschichtungsstoff, welche erforderlich ist, um eine Fläche bestimmter Größe unter gegebenen Bedingungen mit einer Beschichtung in bestimmter Trockenschichtdicke zu versehen.
    Der Verbrauch wird in I/m² oder kg/m² zusammen mit der zugehörigen Trockenschichtdicke in µm angegeben (aus DIN 53 220/04.78). Siehe auch "Ergiebigkeit".
    Anmerkung: Es ist zwischen theoretischem und praktischem Verbrauch zu unterscheiden. Einzelheiten siehe DIN 53 220.

  • Verdünnungsmittel
    ist eine aus einer oder mehreren Komponenten bestehende Flüssigkeit, die dem Beschichtungsstoff während der Herstellung oder vor der Anwendung zugesetzt wird, um seine Eigenschaften der Verarbeitung anzupassen. Verdünnungsmittel müssen mit dem jeweiligen Beschichtungsstoff völlig verträglich und unter den jeweiligen Filmbildungsbedingungen flüchtig sein. Siehe auch "Reaktives Verdünnungsmittel".

  • Verdünnungsmittel, reaktives
    siehe "Reaktives Verdünnungsmittel".

  • Verdunstungszahl
    (VD) ist das Verhältnis aus der für die zu prüfende Flüssigkeit gemessenen Verdunstungszeit und der Verdunstungszeit für Diethylether (C2HOC2H5) als Vergleichsflüssigkeit (aus: DIN 53 170/04.77).

  • Verlauf
    ist das mehr oder weniger ausgeprägte Vermögen einer noch flüssigen Beschichtung, die bei ihrem Auftragen entstehenden Unebenheiten selbsttätig auszugleichen.

  • Vernetzung
    ist die Bildung eines dreidimensionalen molekularen Netzwerkes über Hauptvalenzen. Die Vernetzung kann durch Zusatz chemischer Substanzen, durch Wärme oder durch Strahlung bewirkt werden bzw. durch Kombinationen dieser Einwirkungen.
    Anmerkung: Vernetzung ist der Oberbegriff für "Härtung", "Vulkanisation" und "Strahlenvernetzung".

  • Verschnittmittel für Lösemittel
    ist eine aus einer oder mehreren Komponenten bestehende Flüssigkeit, die für sich allein das Bindemittel nicht aufzulösen vermag und nur zusammen mit Lösemitteln verwendet wird, ohne dass sie bei entsprechender Handhabung das Auflösen bleibend behindert oder Bestandteile der Lösung ausfällt oder chemisch umsetzt. Verschnittmittel für Lösemittel müssen unter den jeweiligen Filmbildungsbedingungen flüchtig sein. Siehe aber "Verdünnungsmittel".

  • Vorlack
    ist ein meist halbglänzend oder halbmatt (siehe DIN 53 230) auftrocknender Lack mit gutem Deck- und Füllvermögen, der vor der Deck-/Schlusslackierung aufgetragen wird.
    Anmerkung: Der Begriff Vorlack ist nur in bestimmten Anwendungsbereichen üblich, z.B. im Maler- und Lackiererhandwerk.
W
  • Wärmedämm-Verbundsystem
    siehe DIN V 18 559.

  • Wärmehärtung
    ist die Härtung eines aufgetragenen Beschichtungsstoffes durch notwendige Zufuhr von Wärme.
    Anmerkung: Der vielfach gebrauchte Ausdruck "Ofentrocknung" ist falsch und zu vermeiden.

  • Wash Primer
    ist ein Mittel zur Vorbehandlung von Metalloberflächen.
    Anmerkung: Der Wash Primer besteht zumeist aus zwei Komponenten. Er ist dünnflüssig, spritz- und streichbar und ergibt sehr geringe Schichtdicken. Seine passivierende und haftungsvermittelnde Wirkung beruht auf der chemischen Reaktion seiner Komponenten untereinander und mit den Metalloberflächen. Der Wash Primer hat nicht die Aufgabe zu entfetten oder zu reinigen. Er ergibt in der Regel ein lasierende Schicht, die nicht die Aufgabe hat, eine deckende Grundbeschichtung zu ersetzen.

  • Wasserlack
    ist eine Kurzbenennung für wasserverdünnbare Lacke. Ein Wasserlack kann organische Lösemittel enthalten. Im Anlieferzustand kann das Wasser ganz oder teilweise fehlen.

  • Wasserverdünnbarkeit
    im Sinne dieser Norm ist die Eigenschaft von Beschichtungen, sich bis zum verarbeitungsfertigen Zustand mit Wasser verdünnen zu lassen.

  • Weichmacher
    sind flüssige oder feste, indifferente organische Substanzen mit geringem Dampfdruck, überwiegend solche esterartiger Natur. Sie können ohne chemische Reaktion, vorzugsweise durch ihr Löse- bzw. Quellvermögen, unter Umständen aber auch ohne ein solches, mit hochpolymeren Stoffen in physikalische Wechselwirkung treten und ein homogenes System mit diesen bilden. Weichmacher verleihen den mit ihnen hergestellten Gebilden bzw. Überzügen bestimmte angestrebte physikalische Eigenschaften, wie z. B. erniedrigte Einfriertemperatur, erhöhtes Formänderungsvermögen, erhöhte elastische Eigenschaften, verringerte Härte und gegebenenfalls gesteigertes Haftvermögen.

  • Wischbeständigkeit
    ist die Eigenschaft einer Beschichtung bei leichtem, trockenem Reiben nicht abzufärben.
    Anmerkung: Bei Kunststoffdispersionsfarben für Innen sind nur die Güteklassen "waschbeständig" und "scheuerbeständig" üblich (siehe DIN 53 778 Teil 1). Andere Angaben, z.B. "wischbeständig nach DIN 55 945", sind deshalb irreführend und unzulässig.
Z
  • Zaponlack
    ist ein Klar- oder Transparentlack mit nur geringem Gehalt an Bindemittel, z.B. auf der Grundlage von Salpetersäureestern der Cellulose.
    Anmerkung: Der Name Zaponlack ist in den USA geschützt, wird aber in Deutschland allgemein angewendet. Der Zaponlackfilm soll den Charakter des Untergrundes erkennen lassen, auch wenn der Zaponlack mit Farbstoffen angefärbt ist.

  • Zusatzstoff
    siehe "Additiv".

  • Zwei- oder Mehrkomponenten-Reaktionslack
    ist ein Reaktionslack, bei dem die chemische Reaktion, die zur Härtung führt, durch Mischen, von zwei oder mehr Komponenten eingeleitet wird.
    Anmerkung: Die einzelnen Komponenten sind kein Lack im Sinne dieser Norm, da sie nicht zur Filmbildung fähig sind.

  • Zwischenanstrich
    ist die Zwischenbeschichtung aus einem Anstrichstoff.

  • Zwischenbeschichtung
    wird eine Schicht eines Beschichtungssystems genannt, die zwischen der ersten und der letzten Beschichtung liegt, sofern sie nicht der Grundbeschichtung oder der Deckbeschichtung zugeordnet wird.
    Anmerkung: Zwischenbeschichtungen übernehmen in einem Beschichtungssystem besondere Funktionen.

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